Meerjungfrau wurde Unfallopfer

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16. Juni 2008, 06:06 Uhr

Boltenhagen/Travemünde - Das Fahrzeug fuhr über den Stein, riss die Statue ab, überschlug sich und blieb auf der Beifahrerseite liegen. Junge Mitglieder der DRK-Wasserwacht, die im Sommer den Badestrand auf dem Priwall sichern, bemerkten den Unfall, leisteten Erste Hilfe und riefen die Polizei. Der Fahrer (44) war nur leicht verletzt, seine 47-jährige Beifahrerin wurde mit einem Rettungswagen zur ambulanten Behandlung in die Praxisklinik Travemünde gefahren. Wasserschutzpolizisten brachten einen verletzten Hund, der ebenfalls im Unfallwagen war, in eine Lübecker Tierklinik.

Die beschädigte Bronze-Skulptur stellt eine Meerjungfrau dar. Sie wurde bei dem Unfall vom Sockel gerissen, ihr rechter Arm vom Körper abgetrennt. Die Schadenshöhe ist nicht bekannt.
Die Meerjungfrauwar im April des vergangenen Jahres in Travemünde aufgetaucht. Bis heute halten sich Spekulationen, wonach es sich um die einstige Bronzeschönheit von Boltenhagen handeln könnte. Sie war im Januar 2005 an der mecklenburgischen Küste aufgetaucht und 13 Monate später angeblich gestohlen worden.

Im September 2007 warf ein starker Herbststurm tausende von Kubikmetern Sand auf der Priwallseite der Förde auf und grub die Travemünder Meerjungfraubis zum Bauchnabel ein. Im Dezember wurde die Meerjungfrau dann ausgegraben und auf einen neuen Findling gesetzt.

„Der Strandabschnitt am Priwall ist sehr dynamisch und Sandablagerungen nach starken Stürmen sind hier mehr oder weniger normal“, erklärt Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff auf Anfrage unserer Redaktion, wie die Figur so versanden konnte, dass sie umgesetzt wurde. Ihm tut es vor allem um den verunglückten Strandkorbvermieter – dem ersten, der seit vielen die überdachten Sitze auf dem Priwall anbietet – seine verletzte Beifahrerin und nicht zuletzt um den verletzten Hund leid.

Aber auch um die Meerjungfrau sei es schade, auch wenn es in Travemünde noch einige weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum gibt. Habe es anfangs, nach ihrem Auftauchen einige kritische Stimmen gegeben, hatte sich die bronzene Frau mit Fischschwanz inzwischen zu einem Treffpunkt gemausert. „Strandbesucher verabredeten sich eben an der Meerjungfrau, bei Kindern war die Figur beliebt und auch als Fotomotiv fand sie viel Beachtung“, so Uwe Kirchhoff.

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