Medien: Beck tritt als SPD-Chef zurück - Müntefering übernimmt

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07. September 2008, 03:06 Uhr

Berlin - Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck tritt nach Medienberichten überraschend zurück. Der frühere Parteichef Franz Müntefering folgt ihm im Amt, wie die „Berliner Zeitung“ und die „Frankfurter Rundschau“ am Sonntag meldeten. Auch der SWR und das ZDF hatten von Becks Rücktritt berichtet. Müntefering wäre der 13. Parteichef seit Kriegsende und der 5. innerhalb der vergangenen fünf Jahre.

Die SPD-Spitze war in Werder bei Potsdam zu einer Führungsklausur zusammengekommen. Dort sollte der stellvertretende Parteivorsitzende, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, als Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2009 ausgerufen werden.

Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden würde zunächst einer der Stellvertreter kommissarischer Parteichef - angesichts der herausgehobenen Stellung voraussichtlich Steinmeier. Der neue reguläre Vorsitzende würde dann auf einem Parteitag gewählt.

Bestätigungen für die Medienberichte gab es zunächst nicht. Zahlreiche Journalisten und Kamerateams warteten in Werder auf den Beginn einer ursprünglich bereits für Sonntagmittag angesetzten Pressekonferenz.

Die Klausur der rund 50 Mitglieder des Parteipräsidiums, des Fraktionsvorstands sowie von Bundesministern und Ministerpräsidenten der SPD hatte am Vormittag begonnen. Allerdings hatte sich die engste Spitze um Beck, Steinmeier und Fraktionschef Peter Struck noch vor Aufnahme der eigentlichen Beratungen zu einem separaten Treffen in ein Privathaus einige Kilometer vom Tagungshotel entfernt zurückgezogen.

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