"Mecklenburger Parkland" – Projekt soll Region dem Tourismus erschließen

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08. April 2008, 08:44 Uhr

Walkendorf - Sieben Gemeinden, darunter Wardow, bilden eine Interessengemeinschaft. Ihr Ziel ist es, ihre Region – bisher aus der Sicht der Tourismusbranche eher ein weißer Fleck zwischen Ostseeküste und Seenplatte – für den Fremdenverkehr interessant zu machen, Besucher anzulocken und gleichzeitig das Wohn- und Lebensumfeld der Bürger zu verschönern. „Wir haben Visionen, wie sich die Region entwickeln könnte, hoffen auf weitere Ideen der Bürger, die wir intensiv mit einbeziehen möchten, wollen diese aufschreiben und ein Handlungskonzept daraus entwickeln“, erklärt Maibritt Olsen. Das soll letztendlich aussagen, wie viel Geld benötigt wird, um die Visionen zu verwirklichen. Das Konzept wird mit EU-Geldern gefördert.

Eine Umsetzung, so die Projektleiterin, die in Vipernitz wohnt, sei ohnehin langfristig angelegt. „Wir müssen mindestens in einem Zeitraum von zehn Jahren denken“, betont Olsen. Selbstverständlich solle Vorhandenes in der Region, in der rund 10 000 Menschen leben und es schon heute rund 1000 Gästebetten gibt, eingebunden werden. Die Planung, so die Projektleiterin, konzentriere sich auf drei Bereiche. Olsen nennt als erstes das Dorf. Wie kann es schöner gestaltet werden, so dass es den Einwohnern und den Gästen gefällt? Dieser Bereich brauche sehr viel Bürgerbeteiligung – bei den Ideen wie bei der Umsetzung. „Wir wollen niemandem etwas überstülpen, sondern gemeinsam überlegen, wie wir Teil des Mecklenburger Parklandes sein können“, setzt die Projektleiterin mit Fingerspitzengefühl an.

Zweiter Aspekt sind die Landschaft und verbindende Wege. Stichworte dazu sind Baumgruppen als Blickfänge, Hecken aus Wildrosen, Obstbaum-Alleen und die Ausweisung von Rad- und Wanderwegen. Hier ordnet Olsen die Trasse der ehemaligen Rübenbahn ein. Sie lud die süße Fracht einst auch in Groß Ridsenow und Polchow für die Zuckerfabrik in Tessin ein. Die 56 Kilometer lange Trasse im Grundeigentum der Gemeinden könnte als Rad- und Wanderweg reaktiviert werden.

An dritter Stelle nennt die Projektleiterin die Gutsparks. Die grünen Oasen wieder herzurichten, wäre eine lohnende Aufgabe, aber nicht einfach, weil oft jegliche Pläne der in der Regel im 19. Jahrhundert im englischen Stil überformten Gartenanlagen fehlen. „Die Parks gehören wie die Gutshäuser zu den Dörfern“, betont Olsen. Eine Herrichtung mit Fördergeldern wäre an die Bedingung einer öffentlichen Zugänglichkeit gebunden. Das müsse jeder Gutshaus-Besitzer für sich entscheiden.

Wardows Bürgermeister schaut der Planung erst einmal gelassen zu. 1300 Euro hat die Gemeinde für das Projekt beigesteuert. „Wir erwarten uns nicht sonstwas“, ist Günter Schink realistisch. Aber schon eine neue Obstbaumallee wäre hier und dort – mit Fördergeld – willkommen.

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