Masten am Industriedenkmal

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05. März 2008, 06:58 Uhr

Nordwestmecklenburg - Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ist der Landkreis Nordwestmecklenburg fündig geworden. Er kassiert künftig mehrere tausend Euro pro Jahr vom Mobilfunkunternehmen „O2“. Im Gegenzug verwandelt sich ein Schornstein der Malzfabrik in einen Funkturm.
Was auf dem ersten Blick lukrativ erscheint, könnte bei etlichen Besitzern denkmalgeschützter Häuser nur Kopfschütteln auslösen. Während sie mitunter mit Behördenauflagen zu kämpfen haben, spielt es bei der Investition von „O2“ offenbar keine Rolle, dass die Malzfabrik eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Mecklenburgs ist. Kreis-Fachdienstleiter Burghard Bohm erklärte auf Anfrage: „Das ist mit der Denkmalpflege abgesprochen.“ Er verweist auch darauf, dass der Landkreis weitere Einnahmequellen ausschöpfen solle. Verwaltungschef Erhard Bräunig setzt in diesem Zusammenhang übrigens nicht nur auf eine gute Funkverbindung, sondern er baut auch auf die Kraft der Sonne. Logische Konsequenz: Das Dach des Grevesmühlener Industriedenkmals soll an Unternehmen verpachtet werden, die Photovoltaikanlagen dort oben installieren wollen.
Die Verwaltung in Grevesmühlen hat bereits ein Ausschreibungspaket geschnürt. Die Verpachtung beschränkt sich dabei nicht nur auf die Malzfabrik. Photovoltaikanlagen könnten künftig auch auf dem Gelände der Gymnasien, der Kreisstraßenmeisterei, des Agrarmuseums in Dorf Mecklenburg stehen. Die Nutzung der Dachflächen soll für 20 Jahre gewährt werden.

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