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Neustadt-Glewe: Votum gegen Pläne des Investors : Mastanlage Klein Laasch: Erweiterung abgelehnt

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Die Stadtvertretung hat die Erweiterung der Schweinemastanlage Klein Laasch einstimmig abgelehnt. Ein wirklicher Sieg ist das nicht, denn der Landkreis kann das verweigerte Einvernehmen der Kommune ersetzen.

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erstellt am 16.Apr.2011 | 04:06 Uhr

neustadt-glewe | Die Stadtvertretung von Neustadt-Glewe hat die geplante Erweiterung der Schweinemastanlage Klein Laasch einstimmig abgelehnt. Ein wirklicher Sieg ist das nicht, denn der Landkreis kann das verweigerte Einvernehmen der Kommune ersetzen. SPD-Fraktionschef Jürgen Rosenbrock brachte es auf den Punkt: "Wir werden keinen Erfolg haben, aber wir müssen Zeichen setzen!"

Zuvor hatte Volker Weinaug, Fachdienstleiter Hoch- und Tiefbau in der Stadtverwaltung, die Dimensionen umrissen. Nach der bereits in der Vergangenheit zusätzlich errichteten Biogasanlage und dem Futterhaus soll nun eine weitere Sauenanlage für über 5300 Schweine entstehen. Außerdem ist eine neue Ferkelaufzuchtanlage für über 16 100 Tiere geplant. Gerechnet wird mit durchschnittlich über 50 Lkw und Traktoren pro Tag, die zur Anlage und von ihr abfahren, an einzelnen Tagen sind bis über 250 Bewegungen schwerer Fahrzeuge prognostiziert.

"In Klein Laasch entsteht so langsam eine Großanlage", konstatierte Peter Warnecke, der Fraktionschef der Linken. "Auch der Bauausschuss hat festgestellt, dass da enorme Belastungen durch die Transporte auf uns zukommen. Wir haben eine Verantwortung für die Bürger von Klein Laasch und müssen uns dagegen wehren!" Warnecke erinnerte an vergangene Zeiten, da man die Illusion gehabt habe, Bad Neustadt-Glewe zu werden. "Das können wir in Zukunft vergessen, denn Stück für Stück werden in Klein Laasch Tatsachen geschaffen." Und Christian Rosenkranz, Fraktionsvorsitzender der CDU, ergänzte: "Wir fühlen uns langsam umzingelt." Angesichts der Ansiedlungspolitik der Landesregierung sei zu befürchten, dass dies erst der Anfang sei. "Die Sozialverträglichkeit stößt an ihre Grenzen", unterstrich Rosenkranz.

Die Debatte war der Nachhall einer Kontroverse in der Bürgerfragestunde, die in Neustadt-Glewe traditionsgemäß vor der Stadtvertretersitzung stattfindet. Dort hatte die Neustädterin Barbara Wendland der Stadtvertretung ins Stammbuch geschrieben, sich im Falle der Stellungnahme zur geplanten Legehennenanlage an der Friedrichmoorschen Allee falsch verhalten zu haben. "Sie hätten schon damals ähnlich wie die Gemeindevertretung von Lüblow ein Zeichen setzen und das Einvernehmen verweigern sollen", so die Einwohnerin.

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