Marodes Bützower Schloss: Besitzer plant weiter

Das Bützower Schloss verfällt zusehends. Ein Zaun soll Unbefugte  fernhalten, doch immer mehr Scheiben gehen zu Bruch.  Foto: Pubantz
Das Bützower Schloss verfällt zusehends. Ein Zaun soll Unbefugte fernhalten, doch immer mehr Scheiben gehen zu Bruch. Foto: Pubantz

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17. März 2008, 08:44 Uhr

Bützow - Seit acht Jahren steht das Bützower Schloss leer. Putz bröckelt an vielen Stellen, diverse Fenster haben keine Scheiben mehr, Risse ziehen sich durch das Gebäude. Yves Laisné ärgert sich über Vandalismus. Erst vor ein paar Wochen haben Unbekannte den Zaun, der das marode Schloss zum Schutz vor herabfallendem Baumaterial umgibt, demoliert. Wieder mal. „Wenn ich weiter so viel Geld für Reparaturen ausgeben muss, habe ich am Ende keines mehr“, sinniert der Franzose, der vor vier Jahren das einstige Bützower Wahrzeichen kaufte. Derzeit müsse er sich erneut mit einer Auflage des Landkreises rumschlagen: Das Bauordnungsamt fordere, dass der Zaun um das Schloss wiedererrichtet wird. Doch dies habe er erst vor kurzem getan. „Es geht um Verkehrssicherungspflicht“, erklärt Kreissprecherin Dr. Petra Zühlsdorf-Böhm. Der Zaun müsse stehen.

Verkaufen wolle er das Schloss nicht, zerstreut der Franzose Gerüchte, die in der Stadt kursieren. „Auf keinen Fall“, sagt Yves Laisné. Er bleibe bei seinem „Projekt“, will in Bützow ein juristisches Forschungszentrum ansiedeln (SVZ berichtete). Gerade erst habe er ein Fachbuch veröffentlicht, erklärt der promovierte Jurist. Ein weiteres solle folgen. Ob Bützow was davon hat? Das Schloss wäre ein repräsentativer Sitz, erklärt Laisné. Von hier aus wolle er Firmen aus verschiedenen Ländern beraten. „Meine Geschäfte in Frankreich, Belgien und Deutschland entwickeln sich“, sagt er. Derzeit gründe er für die Arbeit nötige Gesellschaften.

Ein Büro, das der Schlossherr bereits 2007 in Bützow einrichten wollte, sei nun in der Stadt Werdau (Sachsen) eröffnet. Der einst für hier vorgesehene Internet-Buchhandel soll künftig im Freistaat seinen Sitz haben. Laisné erinnert daran, dass der Landkreis Güstrow ihm die Genehmigung für das Bützower Schloss verweigerte, weil die Tragfähigkeit nicht ausreichend war. „Wäre die Zustimmung erteilt worden, hätte ich den Buchhandel nicht in Sachsen, sondern im Schloss gemacht.“

Nun muss Bützow weiter warten, mindestens bis 2009. Im Herbst hofft der Schlossherr genügend Geld zusammen zu haben, um Fördermittel über die Stadt für die Sanierung des Gebäudes beantragen zu können. Er spricht von 200 000 Euro. Zusagen wolle er aber nichts. Laisné: „Ich bin kein Millionär.“

Bützows Bürgermeister Lothar Stroppe kündigte bereits vor einem Jahr an, dass die Stadt sich bald dem Schloss zuwenden müsse. „Wir können nicht nur zuschauen“, sagte er damals. Wenn die neue Grundschule am Schloss fertig ist, müsse etwas geschehen. Sollte der Schlossherr die genannte Summe investieren, werde Bützow helfen. Stroppe: „Ich kann mir vorstellen, dass die Stadt bereit ist, dies von der Priorität her ganz oben einzustellen.“ Für Fördermittel des Jahres 2009 sollte aber schon in diesem Herbst ein Antrag vorliegen.

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