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Pflanzen- und Tierwelt : Managementplan für die Alte Elde

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Hoffnungsschimmer für die Pflanzen- und Tierwelt der Alten Elde? Derzeit wird für das FFH-Gebiet bei Kuppentin, Fahrenhorst und Bobziner Zuschlag ein Managementplan erarbeitet.

Hoffnungsschimmer für die Pflanzen- und Tierwelt der Alten Elde? Derzeit wird für das FFH-Gebiet bei Kuppentin, Fahrenhorst und Bobziner Zuschlag ein Managementplan erarbeitet. Er könnte dem vielerorts verwachsenen und zum Stillstand gekommenen Gewässer neue Impulse bringen, denn er soll Maßnahmen für den Erhalt oder gar die Verbesserung der hiesigen Flora und Fauna festlegen. "Noch aber stehen wir am Punkt null", verdeutlicht Bernhard Fiedler vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU). Zunächst müssten die Kartierungen abgeschlossen werden, um überhaupt fundierte Aussagen über das Gebiet treffen zu können. "Das Gelände wird untersucht - nicht flächendeckend, sondern ausgerichtet auf die Arten, für die das Gebiet ausgewiesen ist", sagt Fiedler.

Einwohner und Landnutzer werden mit einbezogen

Mit dem Bau von Hühnermastanlagen in der Gemeinde Gallin-Kuppentin habe die jetzige Erstellung des Managementplanes nichts zu tun, kontert Fiedler Vermutungen einiger Einwohner. Das Umweltministerium habe festgelegt, wann das StALU welches Gebiet bearbeitet. Auf derzeitige Verfahren bezüglich der geplanten Mastanlagen in der Gemeinde - beispielsweise ein Verfahren bezüglich des Immissionsschutzes - werde sich der Managementplan wohl auch nur bedingt auswirken, denn dieser ist zur Zeit ja erst in der Planungsphase. Ohnehin aber werde bei Genehmigungen solcher Anlagen eine Vorverträglichkeitsprüfung gemacht, erklärt Fiedler. Dennoch: Zwischen den einzelnen StALU-Abteilungen müsse es in dieser Sache Synergieeffekte geben, fordert Gabriele von Fuchs. "Sonst ist das hier alles überflüssig", so die Gemeindevertreterin.

Die Planung wird aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und vom Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Einige Einwohner der Gemeinde sehen in dem Vorhaben aber reine Geldverschwendung. Es seien hier schon viele Pläne gemacht worden, am Zustand der Alten Elde habe das aber nichts geändert, monieren Kritiker. Bernhard Fiedler hält dagegen: "Wir müssen in sechs Jahren belegen, was hier getan wurde." Um einzuschätzen, was im Gebiet überhaupt getan werden muss, ermitteln Kartierer, Landesforstamt und das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern den Ist-Zustand. Im Vergleich mit Gebietsmeldungen aus dem Jahr 2004 wird der Erhaltungszustand ermittelt. Je nachdem, wie das Ergebnis ausfällt, werden Sicherungs- oder Wiederherstellungsmaßnahmen festgelegt. "Es handelt sich um keine allgemeine Naturschutzplanung", sagt Fiedler. Vielmehr liege der Fokus auf den so genannten gebietsspezifischen Lebensraumtypen Anhang I und den gebietsspezifischen Anhang II Arten der FFH-Richtlinie sowie den gebietsspezifischen Anhang I Vogelarten und relevante Zugvogelarten der Vogelschutz-Richtlinie. Nicht nur auf die Natur, auch auf die Landwirtschaft und deren Einfluss auf das Gebiet wird Augenmerk gelegt, sagt Ursula Kösters vom Planungsbüros Pöyry, die das Projekt leitet. "Wir werden alle Nutzungen im Gebiet ermitteln", erklärt sie. Diese Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für regionale Arbeitsgruppensitzungen. "Wir beschäftigen uns mit allen Projekten seit 1998 - auch aktuellen und angedachten - und werden überprüfen, ob Verträglichkeitsprüfungen erfolgt sind", so die Projektleiterin. Bei der Erarbeitung des Managementplanes soll jeder mitarbeiten können - vom Landnutzer bis zum Naturschützer. Wenn die Kartierung Ende Juni abgeschlossen ist, werden bis September die Erhaltungsziele festgelegt. Im Spätherbst trifft sich die regionale Arbeitsgruppe zu drei Sitzungen. Für den August 2012 ist die Vorstellung des Planentwurfs terminiert, im Januar 2013 soll der endgültige Managementplan stehen. Zunächst aber wollen sich StALU und Projektbüro mit den hiesigen Fließ- und Stehgewässern, Hochstaudenfluren und Flachlandmähwiesen vertraut machen.

Die Einwohner haben indes schon eines der größten Probleme im FFH-Gebiet ausgemacht: Die Wasserführung der Alten Elde sei mangelhaft, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lauenburg einen wichtigen Wasserzulauf sperren ließ, argumentieren Kenner. "Wenn das der entscheidende Grund ist, werden wir verhandeln müssen", sagt Bernhard Fiedler. "Das wird ein schwieriges Verfahren, denn das WSA Lauenburg wird nicht bereit sein, auch nur einen Tropfen Wasser abzugeben", sagt Eckhard Riemann, Geschäftsführer im Wasser- und Bodenverband Mildenitz-Lübzer Elde. Doch das ist Zukunftsmusik - noch.

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erstellt am 22.Jun.2011 | 10:32 Uhr

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