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Ex-Marathon-Europameisterin : Maisch deutet sportlichen Abschied an

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Über fünf Jahre ist es schon her, dass Marathon-Läuferin Ulrike Maisch Europameisterin wurde. Seitdem ist viel passiert. Nun hat Maisch dem 1. LAV Rostock den Rücken gekehrt und ist zum TC FIKO gewechselt.

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2012 | 03:28 Uhr

Rostock | Über fünf Jahre ist es schon her, dass Marathon-Läuferin Ulrike Maisch Europameisterin wurde. Seitdem ist viel passiert. Die einstige Rostockerin hatte immer wieder Fuß beschwerden, die sie zurückwarfen, sie wurde Mutter und sie heiratete. Nun hat Maisch dem 1. LAV Rostock den Rücken gekehrt und ist zum TC FIKO gewechselt. Mit NNN-Autorin Karen Hacke sprach sie über die Gründe und ihre sportliche sowie private Zukunft.

Frau Maisch, in den vergangenen Wochen war viel bei Ihnen los. Ihr Mann Richard hat seinen 30. Geburtstag gefeiert, Ihr Sohn Emil seinen ersten. Was gibt es bei Ihnen Neues im Jahr 2012?

Ulrike Maisch: Ich habe beim 1. LAV Rostock gekündigt und bin nun Mitglied beim TC FIKO Rostock.

Warum?

"Hauptschuld" hat eigentlich mein Trainer Klaus-Peter Weippert. Er ist aufgrund einiger Probleme, von denen ich hier in Bayern zum Glück nicht viel mitbekomme, vom 1. LAV zu FIKO gewechselt.

Und der bat Sie, ihm zu folgen?

Nein, er hat mich nicht gebeten. Er hat einfach nur gefragt. Ich musste eigentlich nicht lange überlegen. Denn er war immer mein Trainer. Ich habe ihm alles zu verdanken.

Hätte es Probleme mit Weippert gegeben, wenn Sie beim 1. LAV geblieben wären?

Nein, der Wechsel zu FIKO war keine Bedingung von ihm, dass er mein Trainer bleibt. Er hätte so oder so weiter mit mir zusammengearbeitet. Und für mich ändert sich jetzt gar nichts.

Wie haben denn die Verantwort lichen des 1. LAV auf Ihren Vereinswechsel reagiert?

Die Sache ist wohl insgesamt ein bisschen blöd gelaufen. Als ich meine Kündigung abgeschickt habe, dachte ich, Ralf Skopnik (Vorsitzender des 1. LAV - d. Red.) weiß bereits davon. Aber er war total perplex und vielleicht auch geschockt. Bisher ist es aufgrund verschiedener Umstände noch zu keinem klärenden Gespräch zwischen uns gekommen. Das tut mir leid. Denn auch dem 1. LAV habe ich ja viel zu verdanken.

Den Wechsel von Klaus-Peter Weippert hätten Sie ja auch mal zum Anlass nehmen können, sich vereinstechnisch in Ihrer neuen Heimat - Landsberg am Lech - umzuschauen. Kam das für Sie gar nicht in Frage? So eine "Fernbeziehung" mit dem Coach ist sicher nicht ganz leicht?!

Ehrlich gesagt, habe ich ganz kurz da rüber nachgedacht. Mein Mann Richard läuft ja für die LG Passau. Wir verstehen uns sehr gut mit seinem Trainer, und die Passauer haben noch eine andere gute Läuferin. Für eine Mannschaft zu laufen, wäre toll gewesen. Aber schlussendlich wollte ich das letzte bisschen meiner Sportkarriere für meine Heimat Rostock absolvieren.

Das klingt jetzt ein wenig nach Abschied...

Na ja, in den zurückliegenden Wochen konnte ich nicht viel laufen. Ich habe schon wieder Schmerzen am rechten Fuß - das alte Leiden.

Die sogenannte Haglund-Ferse - ein Sporn am Hacken - macht Ihnen ja mit Unterbrechungen schon seit 2004 Probleme. Damals ließen sie sich unter anderem auch operieren. Steht das jetzt wieder zur Diskussion?

Momentan mache ich erst mal gar nichts, was das betrifft. Ich hatte beim letzten Mal, das war 2009, soviele Dinge probiert. Einlagen, Bandagen, Stoß wellentherapie, Ultraschall, Salben, Tabletten, viel laufen, wenig laufen - nichts hat geholfen. Eine OP scheint wohl das einzig wirksame Rezept. Aber nach so einem Eingriff kann ich mich für Wochen gar nicht bewegen.

Das heißt, ihr großes Ziel, noch mal bei den Olympischen Spielen in London 2012 anzugreifen, haben Sie schon zu den Akten gelegt?

Ich wollte mich so gern noch einmal zeigen. Ich kämpfe auch, aber eigentlich ist es fast unmöglich - wegen des Fußes und auch wegen Emil.

Ja, eine Olympia-Vorbereitung mit einem Kleinkind und einem Leistungssportler als Mann stelle ich mir schwierig vor.

Das ist es auch. Deshalb genieße ich jetzt eigentlich die zusätzliche Zeit, die ich mit meinem Sohn verbringen kann. Die vergangenen beiden Wochen waren wir drei mit Richards Coach, dessen Frau und ein paar Vereinskollegen im spanischen Chiclana. Sozusagen ein kombinierter Urlaub mit Trainings lager. Weil ich nicht soviel laufen konnte, habe ich auch mal abgeschaltet, war viel am Strand. Das war schön.

Und was machen Sie jetzt, wo Sie wieder zu Hause sind?

Ich werde meine Ausbildung zur Fitnessfachwirtin zu Ende bringen. Da habe ich mich gerade für die zwei noch fehlenden Seminare beworben, die ich wegen der Schwangerschaft nicht mehr zu Ende bringen konnte. Noch habe ich aber keine Zusicherung, ob ich damit im April weitermachen kann. Solange bin ich sozusagen eine laufende Hausfrau und unterstütze Richard, so gut ich kann.

Am Sonnabend (heute - d. Red.) feiern Sie Ihren 35. Geburtstag. Haben Sie ein Problem mit dem Alter?

Nein, ich werde meistens jünger geschätzt. Das ist doch ein gutes Zeichen. Außerdem habe ich eine Familie, ein Kind, ich fühle mich fit. Es ist alles in Ordnung.

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