Luftfahrtindustrie scharf auf Fluggerätetechniker aus Schwerin

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11. März 2008, 08:44 Uhr

Schwerin - „Die Arbeit ist anspruchsvoll, aber sie macht auch Spaß“, berichtet Christian Muchow. Der 25-Jährige gelernte Teilezurichter aus Wendisch-Priborn im Landkreis Parchim gehört zu den neun Arbeitslosen, die beim aktuellen Kurs „Fluggerätetechnik“ des Berufsfortbildungswerkes in Schwerin an den Start gegangen sind. „Ich hoffe, dass ich nach dieser Fortbildung langfristig wieder in Arbeit komme“, sagt Muchow. Und seine Chancen stehen offenbar gar nicht schlecht.

„Unsere Teilnehmer sind in der Luftfahrtindustrie gefragt“, erklärt der Leiter der Mecklenburger Geschäftsstelle des Berufsfortbildungswerkes, Peter Grunwaldt. Von den rund 130 Arbeitslosen, die die Ausbildung am Sitz des Berufsfortbildungswerkes im Technologie- und Gewerbezentrum in der Hagenower Straße bisher durchlaufen haben, hätten mehr als 100 einen Job gefunden.

Noch besser sehe die Quote sogar in Parchim aus, wo das Berufsfortbildungswerk die Schulung auch anbiete, schildert Grunwaldt. Ein gutes halbes Jahr dauert der Lehrgang, der allgemeine Grundlagen der Luftfahrt und Wissen zur Aerodynamik genauso vermittelt wie das Fertigen und Instandhalten
von Fluggeräteteilen. Auch ein mehrwöchiges Praktikum gehört zur Maßnahme.

Wer bei der Fortbildung dabei sein möchte, muss eine abgeschlossene handwerkliche Berufsausbildung vorweisen können, etwa im Metall- oder Elektrobereich. Außerdem werden auch Englisch-Kenntnisse und die Bereitschaft zur Mobilität erwartet. Trotz der Zahl von rund 7500 Arbeitslosen allein in der Landeshauptstadt sei es bei den Einstiegsvoraussetzungen gar nicht so einfach, die richtigen Bewerber zu finden, sagt Ralf Gattermann, Teamleiter bei der Schweriner Arbeitsagentur.

„Wer eine handwerkliche  Ausbildung  beispielsweise als Schweißer oder in der Elektrobranche hat, dem bieten sich auf dem Arbeitsmarkt auch ohne Fortbildung gute Chancen“, berichtet Gattermann. So seien beim aktuellen Lehrgang „Fluggerätetechnik“ in Schwerin auch sieben von 16 Plätzen nicht besetzt worden. Von den neun Teilnehmern werden vier von der Arbeitsagentur und fünf von der Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung (Arge) unterstützt. Agentur und Arge übernehmen auch jeweils die Kosten für den Kurs.

„Jeder Bewerber wird bei uns zunächst zwei Tage getestet“, sagt Geschäftsstellen-Leiter Grunwaldt. Der nächste Lehrgang „Fluggerätetechnik“ beginne am 21. August. „Wer sich für den Kurs interessiert, kann sich unter Telefon 03 85-3 99 38 30 an das Berufsfortbildungswerk wenden.“ Unter der gleichen Nummer gibt es auch Informationen über eine neue Fortbildung zum Laminierer, Spezialisierung Flugzeugbau, die bereits am 28. April beim Berufsfortbildungswerk in Schwerin startet.

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