Lücke zwischen Berlin und Kopenhagen geschlossen

Landrat Lutz da Cunha gab das Zeichen für freie Fahrt. Links und rechts seine Stellvertreter Rainer Boldt und Burkhard Krause.hans-jürgen kowalzik
1 von 4
Landrat Lutz da Cunha gab das Zeichen für freie Fahrt. Links und rechts seine Stellvertreter Rainer Boldt und Burkhard Krause.hans-jürgen kowalzik

von
15. April 2010, 08:15 Uhr

Güstrow | Der Gülzower Herbert Dunse gehörte gestern zu den rund 20 Radlern, die mit einer kleinen Tour den Lückenschluss auf dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen im Landkreis zwischen Schwiesower Forst und der Brücke Zepelin mit Imbissaufenthalt am alten Gülzower Hafen einweihten. Ebenfalls dabei waren die Güstrower Marlies und Joachim Pries. Das Ereignis wollte auch das Mühl-Rosiner Ehepaar Schuller miterleben. Für sie ist der Radweg am Kanal wichtig, weil ihre Kinder in Zepelin wohnen.

Möglich wurde der Bau dieses Abschnittes durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II. "Ein Teil für den Landkreis Güstrow wurde für den Ausbau des Radwegenetzes eingesetzt, da die Tourismusbranche ein wichtiger Faktor für unsere Region ist", betonte Landrat Lutz da Cunha (SPD). Burkhard Krause, 2. Stellvertreter des Landrates, hob hervor, dass Planung und Bau von einheimischen Firmen realisiert wurden.

Der Bützow-Güstrow-Kanal wurde um 1900 gebaut. Die Wege auf den Deichen sind Teil der wasserwirtschaftlichen Anlage und liegen in der Zuständigkeit des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur Rostock. Da der weitere Ausbau des internationalen Radwegenetzes höchste Priorität für den Landkreis besitze, so Krause, sei die Befestigung dieses Abschnittes beschlossen worden, obwohl der Landkreis kein Baulastträger sei.

Angeschoben hatte das Vorhaben im Sommer 2008 eine Diskussion in der SVZ. Leser kritisierten den Weg. Dabei wurde festgestellt, dass er eigentlich "illegal" ist. Der Weg auf dem Deich bleibt für Kraftfahrzeuge weiter gesperrt und ist nur mit Ausnahmegenehmigung für Pkw und Lkw befahrbar. Der Wegebau sei mit dem Rostocker Amt abgestimmt worden, wobei die Verkehrssicherungspflicht dem Landkreis übertragen wurde, erklärte Krause weiter.

Der Ausbau des rund 2,8 Kilometer langen Teilstückes erfolgte mit Betonspurbahnen. Die Gesamtbreite beträgt 2,80 Meter. Die Breite der Einzelspuren wurde im Interesse der Radfahrer auf ein Meter erhöht (sonst 80 bis 90 Zentimeter). An zwei Rastplätzen an der Brücke Schwiesower Forst und am alten Hafen Gülzow wurden drei Unterstände mit Tisch und Sitzgelegenheiten zum Verweilen in diesem landschaftlich schönen Gebiet aufgestellt. Eine Schautafel informiert über die mehr als 100-jährige Geschichte des Kanals.

Die Gesamtkosten des Projektes betrugen rund 320 000 Euro für Planung und Bau. Mit dem Abschnitt ist fast der gesamte Radfernweg Berlin - Kopenhagen auf seinen 80 Kilometern im Landkreis mit Asphalt oder Beton befestigt. Ein weiterer Abschnitt zwischen Neu Zietlitz und Neu Dobbin wird zur Zeit ebenfalls über das Konjunkturpaket II ausgebaut. Ein letztes kleines Stück im Bereich der Eisenbahnbrücke Zepelin ist in Planung. Die Brücke über den Kanal bei Zepelin wird ab Mai gebaut. Dauer: vier Monate.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen