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Ludwigslust/Hagenow: Dauerfrost und Streusalzmangel

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erstellt am 06.Jan.2010 | 05:30 Uhr

Der Winter hält seit Wochen ganz Deutschland fest im Griff. Die Winterdienste sind gefragt, um Fahrbahnen mit Streusalz zu bearbeiten. Doch jetzt wird dies knapper, insbesondere in vielen kleineren Städten und Gemeinden. Auch im Landkreis Ludwigslust gehen vielerorts die Vorräte zu Ende, denn die Hersteller kommen aufgrund der bundesweit großen Nachfrage kaum mit der Produktion nach.

„Unser Vorrat reicht noch sieben bis zehn Tage“, sagt Holger Böwe, Bauamtsleiter der Stadt Ludwigslust. Die anhaltende Kälteperiode hat seit Dezember im Stadtgebiet und in den umliegenden Ortsteilen schon 150 Tonnen Streusalz gefordert. „Wir haben jetzt schon so viel Salz abgestreut, wie in der vergangenen Wintersaison zusammen“, sagt Böwe. Für den Winterdienst in Ludwigslust ist die Firma Remondis beauftragt, die sich auch um die Bestellungen kümmert. „Wir haben derzeit eine Bestellung von 75 Tonnen offen, doch der Hersteller konnte diese bisher noch nicht liefern“, so Jan Becker, Niederlassungsleiter des Entsorgungsunternehmens.

„Wir hatten in den vergangenen zwei Wochen so viele Anfragen wie sonst in mehreren Monaten nicht“, sagt Holger Bekemeier, Sprecher der Firma Esco, bei der auch die Firma Remondis ordert. Normalerweise liefere der größte europäische Salzhersteller innerhalb von 48 Stunden. Das sei, so Bekemeier, derzeit aber nicht zu schaffen, denn um den Ansturm bewältigen zu können, müssen Hersteller Schwerpunkte setzen. „Es erhalten zuerst die Kunden Auftausalze, die für Autobahnen und überregionale Hauptstraßen zuständig sind“, sagt der Firmensprecher.

"Wir haben keine Engpässe“, sagen die Verantwortlichen der Autobahnmeisterei Hagenow und der Kreisstraßenmeisterei Ludwigslust, die bei diversen Herstellern ihr Streugut bestellen. Auch die Stadt Wittenburg hat momentan noch genügend Salz auf Lager. „Die letzte Lieferung kam aus Dänemark“, sagt Sylke Gerstner vom Tiefbauamt der Stadt.

Doch in Hagenow, Neustadt-Glewe oder Ludwigslust gehen die Lagerbestände zur Neige. „Wir haben noch rund 70 Tonnen und reduzieren derzeit die Streuungen in Ludwigslust“, sagt Böwe. Die Hauptstraßen werden, so der Bauamtsleiter der Kreisstadt, in gewohntem Maße abgestumpft. Doch auf weniger stark befahrenen Straßen müsse, wenn der Winter weiter anhält, mit Einschränkungen gerechnet werden. Und laut Wetterbericht soll es kalt bleiben und am Wochenende auch wieder schneien.

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