Gemeindevertreter weist Vorwurf der Draguner Bürgermeisterin zurück : Lokalpolitiker wehrt sich gegen Strafgeld

Erich Weidemann
Erich Weidemann

Die Gemeinde Dragun hält an einem bislang nahezu einmaligen Verfahren in der Geschichte des Amtes Gadebusch fest. Dabei soll dem Kommunalpolitiker Erich Weidemann ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro aufgebrummt werden.

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25. November 2010, 08:19 Uhr

Dragun | Die Gemeinde Dragun macht Ernst und hält an einem bislang nahezu einmaligen Verfahren in der Geschichte des Amtes Gadebusch fest. Dabei soll dem Kommunalpolitiker Erich Weidemann (Allgemeinde Wählergemeinschaft) ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro aufgebrummt werden. Ihm wird ein mutmaßlicher Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht angelastet.

Weidemann hatte in dieser Zeitung moniert, dass Bürgermeisterin Sabine Schirrmeister Gemeindevertretern wichtige Unterlagen für eine Entscheidungsfindung vorenthalten habe. Er bezeichnete dies als nicht tolerierbar und erachtet es sogar als Pflicht, ein Versagen beim Namen zu nennen.

Bürgermeisterin Schirrmeister scheint anderer Auffassung zu sein. Sie informierte während der jüngsten Sitzung in Dragun die Öffentlichkeit darüber, dass die Gemeindevertretung eine Pflichtverletzung eines Gemeindevertreters festgestellt habe.

Erich Weidemann will das nicht akzeptieren. Er ist seit 1994 Lokalpolitiker und sieht seinen Ruf durch eine derartige Unterstellung beschädigt. "Ich habe mir absolut nichts vorzuwerfen und behalte mir rechtliche Schritte vor", sagte Weidemann auf SVZ-Anfrage.

Der Ordnungsgeld-Streit von Dragun könnte weitere Wellen schlagen und sogar ein Fall für die Justiz werden. Denn in letzter Konsequenz stehen auch Kommunalpolitikern die Türen eines Gerichtes offen. In diesem Fall könnte es zu einer juristischen Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht Schwerin kommen. Sollte die Gemeinde um Bürgermeisterin Sabine Schirrmeister dort verlieren, wäre der Imageschaden enorm. In der Geschichte der Ämter Gadebusch, Rehna und Lützow-Lübstorf wäre es ein bislang nahezu einmaliger Vorgang, wenn gegen einen ehrenamtlichen Gemeindevertreter ein Ordnungsgeld verhängt würde.

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