Logistik-Zentrum bereits ab 2010?

Zankapfel Zuckerfabrik: Ein Investor fordert das Areal, erst dann sei ein Konzept möglich.
Zankapfel Zuckerfabrik: Ein Investor fordert das Areal, erst dann sei ein Konzept möglich.

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08. Mai 2009, 07:38 Uhr

Güstrow | Bereits im kommenden Frühjahr kann sich ein Logistik-Unternehmen vorstellen, in Güstrow ein Zentrum für den Warenumschlag in Nordeuropa aufzubauen. Der potenzielle Investor, der bereits ankündigte, in der Region könnten bis zu 8000 neue Jobs entstehen (SVZ berichtete), konkretisiert seine Pläne. Er prognostiziert: Zwischen Rostock und Pritzwalk werde ein logistisches Netzwerk wachsen, das diese Zahl mit sich bringe - Konkurrenz für den Hamburger Hafen, darunter auch Zulieferfirmen. "Hier wird ein Zentrum entstehen mit der Kombination Bahn, Lkw, Luft und Schiff." Möglich seien im Endstadium rund 3,5 Millionen Container jährlich, die von der Ostsee ins Binnenland verteilt werden. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass seine Firma, in Güstrow neu gegründet, das frühere Zuckerfabrik-Gelände bekommt. "Das Grundstück ist das Kernstück."

Die Nachricht vom gigantischen Logistik-Zentrum schlug vor gut einer Woche wie eine Bombe in Güstrow ein. Viele Zweifler meldeten sich zu Wort - vor allem an der Zahl 8000. "Die Zahl ist realistisch", sagt der Unternehmer der noch anonym bleiben möchte, aber zusichert, "Konzern-Erfahrung" zu haben. Er vertrete mehrere Investoren: "Wir haben eine Riesen-Gruppe im Rücken."

Die Güstrower CDU setzte das Thema am Donnerstagabend auf die Tagesordnung einer Stadtvertreter-Sondersitzung und wollte Information vom Bürgermeister. Quasi jeder Zweifler meldete sich zu Wort. Arne Schuldt erklärte, er habe Gespräche "mit zwei Güstrower Unternehmern geführt". Ein Konzept liege aber nicht vor. Erst wenn dies der Fall sei, werde die Stadt unterstützen und Türen im Wirtschaftsministerium öffnen.

Das werde nicht mehr nötig sein, sagte gestern der potenzielle Investor. Kommende Woche habe er in Schwerin einen Termin. Natürlich seien Fördermittel für das Projekt nötig. An den Bürgermeister gerichtet erklärt er: "Wir haben gesagt: Wir erarbeiten ein Konzept erst, wenn klar ist, dass wir das Grundstück bekommen."

Daran könnte es scheitern, denn die Firma Nordzucker will das ehemalige Zuckerfabrik-Gelände nicht für die angebotenen gut 850 000 Euro verkaufen. Der Investor macht Druck: Auch die Stadt könnte das Areal kaufen und dann zur Vermarktung übergeben.

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