Löchrig: Neue Mauer für die Anstalt

Hier wird die neue Anstaltsmauer gebaut. Der Wachturm am Ende verschwindet. Der Sicherheitszaun links hat einen grünen Sichtschutz.
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Hier wird die neue Anstaltsmauer gebaut. Der Wachturm am Ende verschwindet. Der Sicherheitszaun links hat einen grünen Sichtschutz.

Riesige Löcher klaffen in der Gefängnismauer der Bützower Haftanstalt. Das Justizministerium lässt gegenwärtig den Schutzwall erneuern. Die neue Mauer wird sechs Meter hoch sein - Standard in deutschen Gefängnissen. Für die Bauzeit gelten enorme Sicherheitsvorkehrungen.

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07. April 2009, 12:03 Uhr

Bützow | "Bauen in der JVA ist immer etwas Besonderes", sagt Anstaltssprecher Jens Kötz. So müsse jeder Bauarbeiter angemeldet und "sicherheitsüberprüft" sein. "Ansonsten ist die Arbeit wie überall", sagt Baggerfahrer Maik Kugler. Er und seine Kollegen einer Güstrower Tiefbaufirma heben die Baugrube für die Fundamente der neuen Mauer aus. Die reichen bis zu 1,40 Meter tief in den Erdboden. Hier an der Ostseite der JVA klafft zurzeit ein knapp 300 Meter großes Loch in der Mauer. Daneben steht ein oben mit Stacheldraht bedeckter Sicherheitszaun, eine grüne Plane versperrt die Sicht in die Anstalt - und umgekehrt. Obendrein habe die Gefängnisleitung die Sicherheitsmaßnahmen in der Haftanstalt verschärft. Noch bis Oktober diesen Jahres sollen die Arbeiten dauern, dann rund 1000 Meter Gefängnismauer ausgetauscht sein.

30 Jahre alte Mauer

In den 90er-Jahren wurden bereits einige Abschnitte des insgesamt rund 1600 Meter langen Betonwalls erneuert und auf sechs Meter erhöht. Das Gros jedoch sei nur 4,50 Meter hoch und stamme aus den 1970er-Jahren, so Kötz.

Die neuen Mauersegmente liefert ein Betonwerk aus Kavelstorf. "Die haben schon für die JVA Waldeck gebaut. Die Mauer dort ist gut", sagt Jens Kötz. 2,50 Meter breit und 20 bis 30 Zentimeter dick seien die Betonteile. Rund 400 werden in Bützow eingebaut. "Mit einem Bagger schaffen die Jungs zehn bis 18 Segmente am Tag", sagt Kötz. Doch erst einmal müssen die Fundamente dafür gegossen und ausgehärtet sein.

Über eigens eingerichtete Baustraßen erreichen die Arbeiter durch ein Loch an der Westseite der JVA (Vorderfront) die Baustelle und sind dabei durch Zäune abgesperrt vom Rest der Anstalt.

Die Umzäunung der JVA wird künftig aus drei Stufen bestehen. "Innen ein 4,50 Meter Sicherheitszaun, dann die sechs Meter Mauer und der so genannte Ordnungszaun außen", erläutert Jens Kötz. Für weitere, moderne Sicherheitseinrichtungen sind Elek tro- und Nachrichtenkabel zu verlegen. Über Details schweigt die JVA aus Sicherheitsgründen. Fest steht jedoch: "Die Wachtürme in der Mauer brauchen wir dann nicht mehr", sagt Kötz. Sie werden abgerissen.

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