B 5: Lauenburg bis Grabow : Lkw-Fahrer ignorieren Sperren

Schwerer Lkw gestern am neuen Sperrschild bei Kremmin.Piel
Schwerer Lkw gestern am neuen Sperrschild bei Kremmin.Piel

Seit gestern gibt es auf der B 5 von Lauenburg bis Grabow für schwere Lkw im Fernverkehr gesperrte Abschnitte, doch die große Mehrheit der Brummifahrer ignorierte die Schilder.

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10. November 2010, 12:23 Uhr

Lauenburg/Grabow | Außer den neuen Schildern wurde gestern nämlich nichts enthüllt. Weder bei Kremmin nahe Grabow, noch in Lauenburg und auch nicht auf der seit Mittag ebenfalls gesperrten B 209 im Kreis Lüneburg ließ sich nur ein Polizist zur Kontrolle sehen. Vorbei fuhren nur die Polizeikolonnen, die die erschöpften Beamten aus Gorleben brachten. In Kremmin, nahe der Grenze zu Brandenburg, hielten wenigstens einige Lkw-Fahrer an, andere nahmen die Ausweichroute in Richtung Neustadt-Glewe. Doch auch dort fuhr die Masse der Lkw einfach an den Schildern vorbei.

Ursache für die unkoordinierten Schilderstreiche in vier Bundesländern und vier Landkreisen war das Vorpreschen des Wirtschaftsministeriums in Schleswig-Holstein mit seinem Plan der Sperrungen. Doch auch dort hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Der betroffene Kreis Herzogtum Lauenburg machte aus seiner fachlichen Distanz zu den Maßnahmen kein Hehl und handelt ausdrücklich nur auf Weisung aus Kiel. Mecklenburg-Vorpommern konterte mit einer einer eigenen Sperrung nahe Grabow. Die von den neuen Umleitungen betroffenen Bürger reagierten mit Unverständnis.

Protest in der Prignitz

"Nicht akzeptabel", reagiert der Wittenberger Fuhrunternehmer Detlef Benecke. Er sehe keine rechtliche Grundlage für eine Sperrung von Bundesstraßen. "Sie sind doch nach den Autobahnen die wichtigsten Straßen in Deutschland."

Benecke erwarte eine schnelle Reaktion des brandenburgischen Verkehrsministers Jörg Vogelsänger (SPD). Gestern standen für ihn keine Touren Richtung Grabow an. Falls für heute ein Auftrag komme, wolle er selbst fahren - die B 5 und keine Umleitung. Die Polizei hielt sich gestern auffällig zurück. Erst am gestrigen Nachmittag startete die Ludwigsluster Polizeiinspektion eine Kontrolle nahe Grabow.

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