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Literaturgesellschaft kündigt Schweriner Mitarbeitern

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erstellt am 15.Sep.2010 | 07:42 Uhr

Schwerin | Die Schweriner Mitarbeiter der Deutschen Literatur- und Verlagsgesellschaft stehen auf der Straße. Nachdem sie am Dienstag nur vor den verschlossenen Türen ihres Büros standen, haben sie gestern ihre Kündigung erhalten. Im gegenseitigen Einvernehmen, wie Rodja Smolny, der neue Geschäftsführer des Zuschussverlages betonte. Smolny hatte seinen Angestellten am Standort Schwerin gestern einen Besuch abgestattet.

Nach einer Betriebsversammlung unterzeichneten alle elf Mitarbeiter die Kündigung noch an Ort und Stelle. Und das, obwohl einige der Lektoren und Grafiker laut eigener Aussage ihren Job eigentlich hatten behalten wollen. Andere schlossen die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Verlag unter dem neuen Geschäftsführer von vornherein für sich aus.

Smolny versicherte, es sei nicht sein Plan gewesen, den Standort Schwerin aufzulösen: "Wenn nun aber mehrere sagen, sie wollen nicht mehr für den Verlag arbeiten, dann muss ich den Standort in Frage stellen." Ob die Geschäftsstelle erhalten bleibt, darüber wolle er nach eingehender Prüfung befinden. Bis morgen soll es eine Entscheidung geben, ob der Verlag weiterhin die Standorte Berlin und Schwerin aufrechterhält oder ganz in die Bundeshauptstadt umzieht.

Mittlerweile haben sich auch Leser an unsere Redaktion gewandt. So berichtet Rainer Stankiewitz: "Es handelt sich um jenen Rodja Smonly, einst Geschäftsführer des Verlags ,Mein Buch, der unsere kleine Schweriner Buchbinderei in harte Bedrängnis brachte." Smolny selbst war nach der Insolvenz von "Mein Buch" bis Ende 2007 unter dem Namen "Lindbergh und Well" unterwegs. Später sei er als Vertreter des Gesellschafters der Deutschen Literaturgesellschaft, einer Schweizer Aktiengesellschaft, tätig gewesen, sagt Smolny. Nun ist er Geschäftsführer des Zuschussverlags. Gegen seinen Vorgänger, Jörgen Ellenrieder, erhob Smolny schwere Vorwürfe. Unter anderem habe dieser es versäumt, ausstehende Zahlungen zu mahnen.

Die elf Schweriner Mitarbeiter haben vorerst ihre Schreibtische geräumt. Und in den Regalen des Büros in der Schweriner Schelfstadt stapeln sich bis auf weiteres die vielen Manuskripte von bislang noch unbekannten Autoren, die auf eine Veröffentlichung warten - für die sie dann auch bezahlen.

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