Listen statt Parteien

Neben dem Kreistag wurden zahlreiche Gemeindevertretungen, ehrenamtliche Bürgermeister und Stadtparlamente gewählt. In einigen Gemeinden gab es dabei faustdicke Überraschungen, gerade bei kleinsten Wählerlisten wie in Plattenburg.

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29. September 2008, 11:57 Uhr

Prignitz - Plattenburg Nur noch 16 Gemeindevertreter werden die Geschicke der Gemeinde Plattenburg lenken. 50 Kandidaten stellten sich den Wählern zur Wahl. Die Wahl zur Gemeindevertretung war kein politisches Hauen und Stechen, da kaum etablierte Parteien antraten. Hier ging es um Personen.

Überraschend ist der Einzug der Grünen in die Gemeindevertretung. Erstmals angetreten, errangen sie vier Prozent der Stimmen und einen Sitz: Daniela Dörfel aus Storbeckshof wird Grüne Politik in die Gemeindevertretung bringen. „Für mich ist das eine ganz große Überraschung. Natürlich freue mich, sehe das aber auch als Achtung vor meiner Arbeit in der Gemeinde“, sagt Dörfel auf Nachfrage. Eine Gentechnik freie Prignitz liegt ihr dabei am Herzen, aber auch die Bürgerinitiative „Hochspannung tiefer legen“.

„Ich möchte die biologische Vielfalt der Prignitz bewahren, vielleicht neue Blickwinkel und Argumente bei Entscheidungen eröffnen“, so Daniela Dörfel, die sich bei der Theaterspedition engagiert, sich in der Region um den Erhalt alter Obstsorten bemüht und über Jahre die Natur-AG „Adleraugen“ an der Glöwener Schule leitete.
Andreas Wilde aus Kleinow zieht nicht nur in den Kreistag ein, sondern auch erneut in die Gemeindevertretung Plattenburg über die Wählergemeinschaft Uenze-Kleinow. „Mein Ziel ist es, die ländliche Entwicklung zu stärken. Ich denke nicht, dass wir neue Arbeitsplätze schaffen können, aber wir können helfen vorhandene zu erhalten. Außerdem will ich auch in Zukunft einen soliden Haushalt in der Gemeinde, mit dem wir trotzdem notwendige Investitionen stemmen können“, sagt Wilde, der in Kleinow einen Landwirtschaftsbetrieb leitet.

Auch Karsten Krüger aus Bendelin gelang der Einzug in die Gemeindevertretung . Krüger kandidierte über die Liste der Freiwilligen Feuerwehr und Dorfverein Plattenburg. Die Liste erreichte das zweitbeste Ergebnis in der Gemeinde und wird mit drei Sitzen in der vertreten sein.

Die bei manchen befürchtete Übermacht des größten Gemeindeteils Glöwen in der Vertretung trat nicht ein. Mit Daniela Dörfel aus Storbeckshof, einem Glöwener Ortsteil, und Axel Franke aus Zernikow kommen nur sechs der 16 Abgeordneten aus dem Bereich Glöwen.

Offen ist noch, wie viele Ausschüsse es für die Gemeindevertretung geben wird, da sich die Zahl der Abgeordneten stark reduziert hat. Bislang gab es 20 Gemeindevertreter, resultierend aus einer Sondervereinbarung in Folge der Gemeindegebietsreform.

Amt Lenzen
Unspektakulär ging es im Amtsbereich Lenzen jenseits der Stadt zu. In Cumlosen gewann wie erwartett Harald Pohle erneut das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters. Er erhielt 85,1 Prozent Zustimmung. Parteien treten in Cumlosen nicht an. Die Unabhängige Bürgerliste Cumlosen holt neun Sitze, die Freie Wählergruppe Cumlosen einen.

Ein noch besseres Ergebnis als Harald Pohle erzielte sein Kollege Klaus Borrmann in der Lenzerwische: 90,2 Prozent.
Lanz ist fest in Händen der CDU. Sie erzielte hier 56 Prozent vor den Linken mit immerhin noch 34,6 und der FDP mit 9,3 Prozent.

Gemeinde Karstädt
Erstmals erhielt die FDP einen Sitz – mit Andreas Schulz, Medienpädagoge und Unternehmer aus Laaslich. Mit dem Mandat hat Laaslich wieder einen Vertreter in der Gemeindevertretung. Kribbes Vertreter dagegen schaffte den Wiedereinstieg nicht.

Bad Wilsnack
Mit beachtenswerten Ergebnissen sind der Rühstädter Bürgermeister Jürgen Herper und das Gemeindeoberhaupt von Legde/Quitzöbel, Wolfgang Milstrey, wiedergewählt worden. Milstrey erhielt 83,3 Prozent der abgegebenen Stimmen, Herper 90,4 Prozent.

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