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Streit um ins Kultusministerium abgeordnete Lehrer : Linke wittert Bildungsskandal

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In MV herrscht Lehrermangel. Zugleich arbeiten mehrere Dutzend Lehrer im Bildungsministerium oder in den Staatlichen Schulämtern im Nordosten. Die Linke: "Ein Skandal".

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erstellt am 06.Mär.2011 | 08:45 Uhr

Schwerin | In Mecklenburg-Vorpommern herrscht Lehrermangel in bestimmten Fächern, in den nächsten Jahren droht er sogar auf breiter Front. Zugleich arbeiten aber mehrere Dutzend Lehrer im Bildungsministerium oder in einem der vier Staatlichen Schulämter im Nordosten.

"In Zeiten von nicht abgebauten Ausfallstunden und Klagen über zunehmenden Lehrermangel ist das ein Skandal", kritisierte der bildungspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Andreas Bluhm am Wochenende. In den Jahren 2007 bis 2010 waren 47 Lehrer aus allgemeinbildenden Schulen mit einer vollen Stelle ins Bildungsministerium oder in die Staatlichen Schulämter abgeordnet, teilte Bluhm unter Berufung auf eine Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion mit. Weitere 16 Lehrer hätten dort Teilzeitstellen gehabt oder hätten sie noch. In diversen Fällen gingen die Abordnungen über mehrere Jahre, viele dauerten noch an.

Die Gründe für die Abordnungen sind der Antwort auf die Kleine Anfrage zufolge vielfältig: Zehn Jahre lang machte beispielsweise eine Lehrkraft "Projektarbeit" im Ministerium, für zwei Jahre wirkte eine Lehrerin als Referentin für frühkindliche Entwicklung, eine weitere Lehrkraft beschäftigte sich knapp zwei Jahre lang mit "Grundsatzangelegenheiten", ein anderer Pädagoge ist Sektenbeauftragter, habe es in der Antwort gehießen.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Marc Reinhardt, warf Bluhm "bildungspolitischen Klamauk" vor. Seit dem Jahre 2006 torpediere die Linke "jeden sinnvollen Ansatz für bessere Bildung". Die Abordnung von Lehrern sei eine übliche Praxis und zudem unerlässlich, um eine praxisnahe Bildungspolitik sicher zu stellen. Reinhardt verwies am gestrigen Sonntag darauf, dass die abgeordneten Lehrkräfte elementarer Bestandteile des von Parteien und Gewerkschaften vereinbarten Lehrerpersonalkonzeptes seien.

Mit der Einführung der Selbstständigen Schule und der Verlagerung wichtiger Aufgaben an die Schulen müsste es Bluhm zufolge eigentlich Stellenreduzierungen im Bildungsministerium geben. Das Gegenteil sei der Fall, das Ministerium brauche immer mehr zusätzliches Personal, kritisierte der Linken-Politiker.


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