Raketen und Parolen gegen den Kapitalismus : Linke Randale in Rostock

Anschlag auf das Behördenzentrum am Steintor: Mario Stoll vom gleichnamigen Reparaturservice entfernt die teerartige Substanz.geos
Anschlag auf das Behördenzentrum am Steintor: Mario Stoll vom gleichnamigen Reparaturservice entfernt die teerartige Substanz.geos

Sie sind dunkel gekleidet und vermummt, die rund 50 Demonstranten, die am Mittwochabend durch die Innenstadt ziehen. Wenig später wird die Oberfinanzdirektion mit Teer beschmiert und ein Auto der Stadtverwaltung brennt.

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03. Februar 2011, 07:23 Uhr

Rostock | Sie sind dunkel gekleidet und vermummt, als sie am Mittwochabend durch die Rostocker Innenstadt ziehen. Bei sich tragen die rund 50 Demonstranten ein großes Transparent mit der Aufschrift "Antifaschistische Freiräume schaffen und verteidigen". Es ist eine Solidaritätsbekundung mit Hausbesetzern in der Berliner Liebigstraße 14, die in der selben Nacht geräumt wird. Bei den Krawallen in der Hauptstadt werden zahlreiche Polizisten verletzt.

Raketen und Parolen gegen den Kapitalismus

Die Rostocker Demonstranten skandieren auf ihrem Weg von der Ottostraße über den Doberaner Platz und die Kröpeliner Straße hin zum Universitätsplatz antikapitalistische Parolen und zünden Feuerwerkskörper. Als Streifenwagen der Polizei um 21.45 Uhr auf dem Uniplatz eintreffen, löst sich die Demonstration blitzschnell auf. "Ein Großteil der Leute ist über die Rungestraße weggelaufen", sagt Polizeisprecher Volker Werner. Die Demonstration wurde nicht bei der Stadt angemeldet.

Kurz nachdem die Protestler geflüchtet sind, wird das Gebäude der Oberfinanzdirektion Rostock am Rosengarten mit schwarzer Farbe besprüht. "Nach ersten Erkenntnissen können wir einen Zusammenhang zwischen der Spontandemonstration und der Sachbeschädigung nicht ausschließen", sagt Werner. Denn der Tatort ist nicht weit vom Universitätsplatz entfernt. Die Kriminalpolizei nimmt die Ermittlungen auf. Nachdem der Kriminaldienst die Spuren gesichert hat, wird der großflächige Schaden an der Eingangstür und den umliegenden Wänden beseitigt.

Doch damit nicht genug - in der Nacht geht auch noch ein VW-Transporter der Rostocker Stadtverwaltung auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus in Flammen auf. Etwa um 2.30 Uhr alarmiert ein Zeuge Polizei und Feuerwehr. In diesem Fall wird nun wegen des Verdachts der Brandstiftung ermittelt. "Aber auch eine technische Ursache schließen wir gegenwärtig nicht aus", sagt der Polizeisprecher.

Nach Angaben der Stadtverwaltung handelt es sich bei dem abgebrannten Wagen um das Dienstfahrzeug der Stadtbibliothek. Es wurde genutzt, um Bücher zwischen den insgesamt sechs Filialen hin- und herzutransportieren. Da das Fahrzeug ein Behördenkennzeichen getragen habe, sei es für jeden als Dienstfahrzeug erkennbar gewesen, sagt Sprecher Ulrich Kunze. Den Totalschaden von rund 10 000 Euro bezeichnet er als "richtig ärgerlich, weil die Arbeit der Bibliothek dadurch erheblich beeinträchtigt wird".

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