Linke bleibt stärkste Fraktion

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Die Linke konnte ihre Sitze auf neun ausbauen – zu Lasten der CDU, die einen Sitz verlor (jetzt 6). SPD und FDP bestätigten ihre fünf bzw. zwei Mandate. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN schafften mit einem neuen Kandidaten den Einzug ins Stadtparlament nicht.

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29. September 2008, 11:57 Uhr

Perleberg - Noch muss der Wahlausschuss auf seiner morgigen Sitzung das Ergebnis offiziell bestätigen. Und auch die Namen der möglichen Abgeordneten, die der „Prignitzer“ auf Nachfrage von den Parteien erfuhr, sind vorläufig. Ebenso müssen die gewählten Kandidaten erklären, ob sie die Wahl annehmen oder nicht.

„Natürlich sind wir sehr, sehr froh über dieses Ergebnis und werten es als Bestätigung der Ergebnisse unserer Arbeit in den vergangenen fünf Jahren. Ausgezahlt hat sich die kontinuierliche und öffentlich wirksame Sacharbeit, in die wir stets die Bürger einbezogen. Und ich freue mich, dass in der Fraktion vier neue Leute mitwirken werden, wie die 18-jährige Gymnasiastin Anja Pöpplau“, erklärte der bisherige Fraktionsvorsitzende der Linken, Thomas Domres.

Eine der ersten Aufgaben im Stadtparlament werde sein, die neue Hauptsatzung zu beschließen. „Hier werden wir das Thema Ortsbeiräte thematisieren, so dass unmissverständlich deutlich wird, wer welche Position vertritt“, so Domres, der sich nochmals eindeutig hinter die Möglichkeit der Bildung von Ortsbeiräten in allen Ortsteilen stellt.

„Das Wahlergebnis bewegt sich im Rahmen des Erwarteten. Wir haben einen Sitz abgeben müssen und sind damit zufrieden, dass die Linke nur einen Sitz dazu gewinnen konnten“, reagierte Rainer Pickert, bisheriger CDU-Fraktionsvorsitzende, auf das Abschneiden seiner Partei.

SPD: Ergebnis hätte besser sein können
„Vom Ergebnis her hätte es besser sein können, ansonsten sind wir mit der Sicherung der fünf Mandate zufrieden“, merkt SPD-Ortsvorsitzender Wolfgang Schulz zu den 3102 Stimmen an, die die SPD-Kandidaten erhielten. „Wir werden wieder in Sachfragen Mehrheiten suchen. Positiv ist, dass in den vergangenen Jahren in der Stadtverordnetenversammlung immer gut zusammengearbeitet wurde, auch wenn es in Einzelfragen unterschiedliche Standpunkte gab“, so Schulz.

„Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, auch wenn es schön gewesen wäre, einen oder zwei Sitze mehr zu haben“, blickt Dr. Joachim Ritter auf die errungenen zwei FDP-Sitze. Auch für ihn, der seit 1990 dem Stadtparlament angehört, sei die Fortsetzung der Sacharbeit oberstes Ziel. Neuer Mitstreiter an seiner Seite ist, wenn er das Mandat annimmt, der Diplommediziner Jens Gebhardt.

Etwas enttäuscht zeigte sich Stefan Kunzemann, der sich als frisch gebackenes Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen erstmals um ein Stadtverordnetenmandat bewarb. Die 300 für ihn abgegebenen Stimmen reichten jedoch nicht für einen Sitz. Ob der Architekt sich bereit erklärt, für eine andere Partei als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Stadtentwicklung zu fungieren, wie er es in der vergangenen Wahlperiode für die Linke tat, ließ er offen. „Wichtig wäre schon, dass ein Vertreter unserer AG Stadtgestaltung in diesem Ausschuss unsere Gedanken vortragen und mitreden könnte, meinte Kunzemann.

„Ich bin sehr zufrieden, dass die Linke als stärkste Fraktion ihre Mandate ausbauen konnte. Damit ist sicher, dass wir auch in Zukunft die bekannten Sachthemen, die sich auf Familie, Wirtschaft und Soziales konzentrieren, einbringen können“, reagierte Perlebergs Bürgermeister Fred Fischer auf den Wahlausgang. Er freue sich auch auf die neuen Abgeordneten aller Fraktionen und sei überzeugt, dass weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit möglich sein werde, so Fred Fischer, der vor 2007 mit dem Mandat der damaligen PDS sein Bürgermeisteramt antrat.

An die Wahlurne traten am Sonntag 4839 Frauen und Männer, das sind 45,09 Prozent von 10 731 Wahlberechtigten (2003 waren es 43,6 Prozent). Abgegeben wurden 13 681 gültige Stimmen, 163 Stimmen waren ungültig.

Thomas Domres erhielt 2750 Stimmen

Wie zur Kreistagswahl konnte Thomas Domres auch zur Stadtverordnetenwahl Perleberg die absolut meisten Stimmen auf sich vereinigen – sein Name wurde 2750 Mal angekreuzt. Viele Stimmen erhielten auch Rainer Ramin (790), Rainer Pickert (679), Dr. Hans-Eckart Haufe (641) und Karin Dahse (608).
Gewählte, aber noch nicht offiziell bestätigte Stadtverordnete:

Die Linke: Thomas Domres, Rainer Ramin, Klaus Herpich, Frank Döring, Anja Pöpplau, Jan Domres, Michael Hoheisel, Jürgen Henning, Elke Lange

CDU: Rainer Pickert, Dr. Hans-Eckhard Haufe, Frank Rüdiger-Gottschalk, Karl-Heinz Meinert, Udo Becker, Ulrich Jura

SPD: Karin Dahse, Hartmut Schneider, Wolfgang Schulz, Klaus Röpke, Elisabeth Pietzsch

FDP: Dr. Joachim Ritter, Jens Gebhardt

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