zur Navigation springen
Übersicht

20. November 2017 | 19:55 Uhr

Liebe kennt kein Ost und West

vom

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2010 | 06:06 Uhr

Kluess | Sie kennen sich seit 20 Jahren und sind seit 19 Jahren verheiratet. Kati Hoppe (43) ist in Boldebuck aufgewachsen, Hartmut Hoppe (64) in Neuwied - ein deutsch-deutsches Paar. 1991 packte Kati Wischer ihre sieben Sachen und ging nach Neuwied. Heute lebt das Paar in Klueß und beginnt gerade ein neues Leben in Güstrow.

Der Sport war es, der die beiden zusammenführte. Mit dem Kegelverein, so erzählt die 43-Jährige, war sie im August 1990 in Neuwied und traf dort auf Hartmut Hoppe, ebenfalls begeisterter Kegler. Für ihn, so betont er, war es Liebe auf den ersten Blick. Dem Wochenende folgten ein Urlaub der Boldebuckerin, in dem man sich näher kennen lernte, danach Besuche hier und dort und 1991 das gemeinsame Leben.

"Wir sind glücklich", sagt Hartmut Hoppe unumwunden. Hier möchte er gern 99 Jahre alt werden "Und ich pflege dich", kommt es wie selbstverständlich von Kati Hoppe. Der Tag der Deutschen Einheit ist für beide ein Grund zum Feiern. Hartmut Hoppe wünscht sich, dass nicht mehr zwischen Ost und West unterschieden wird. "Was mich allerdings wirklich ärgert ist die Tatsache, dass im Osten die gleichen Preise zu zahlen sind wie im Westen, aber die Löhne sind viel geringer. Das geht so nicht", meint der 64-Jährige. "Manche Ecken in Güstrow sehen noch aus wie vor 20 Jahren. Da scheint die Welt stehen geblieben zu sein", stellt Kati Hoppe fest. Beide sind sich schnell einig, bis zu einer wirklichen Einheit kann es schon noch 20 Jahre dauern.

In den vielen Jahren in Neuwied habe man diese schon erlebt. "Kati kam in meinen Freundeskreis und ist wunderbar aufgenommen worden", berichtet Hartmut Hoppe. Zusammen habe man gekegelt. Später war die heute 43-Jährige im Karnevalsverein aktiv. Arbeit habe sie schnell gefunden, als Bürokauffrau angefangen, als Chefsekretärin aufgehört. "Die meisten haben überhaupt nicht bemerkt, dass ich aus dem Osten kommen", schätzt sie ein.

Der Neuanfang in Güstrow sei jetzt viel schwieriger gewesen. Lange vor dem Umzug hatte Kati Hoppe mit der Arbeitsuche begonnen. Nach 50/60 Bewerbungen wäre sie fast verzweifelt und war schon wild entschlossen sich wieder im Westen Arbeit zu suchen. Dann klappte es doch noch. Jetzt ist sie froh, im Kurhaus eine Anstellung gefunden zu haben.

Viele Bekannte, so erzählen sie, hätten sie für verrückt erklärt, dass sie jetzt nach Güstrow kamen. Hartmut Hoppe hat sich schon vor vielen Jahren in die mecklenburgische Landschaft verliebt und Kati Hoppe möchte ihren Eltern näher sein, wenn ihre Hilfe benötigt wird. In Klueß haben sie sich ein schönes Zuhause geschaffen. "Und ich bin mit den Nachbarn längst per du", freut sich der 64-Jährige über eine herzliche Aufnahme.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen