Leuchtturm fürs Binnenland

Wird am brandenburgischen Havelstrand wieder aufgebaut: der Leuchtturm von der Warnemünder Mittelmole. Foto:ddp
Wird am brandenburgischen Havelstrand wieder aufgebaut: der Leuchtturm von der Warnemünder Mittelmole. Foto:ddp

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25. Juli 2008, 08:59 Uhr

Rostock - Mit einem Leuchtturm hat der zitronengelbe Stahlkoloss wenig Ähnlichkeit. „Diese Signalfarbe ist aber das Original“, betonte Peter Danker-Carstensen, Direktor des Rostocker Schiffbaumuseums, in Rostock. Mehrere Jahre lang wies der zwölf Meter hohe sechseckige Turm in der Warnemünder Hafeneinfahrt Schiffen den Weg. Dann wurde die Mittelmole abgerissen, um den Seekanal zu verbreitern. Der Turm hatte ausgedient. Demnächst darf er wieder strahlen: dieses Mal im Binnenland. Der Leuchtturm wird als technisches Denkmal am Rande des Rathenower Optikparkes aufgestellt. Seit Donnerstag wird er nach Brandenburg transportiert.

Der Turm ist ein Museumsstück, alt jedoch ist er nicht. „Gerade mal sieben Jahre war er im Dienst“, sagte Danker-Carstensen. Er sei eine der letzten DDR-Erfindungen gewesen, erst im September 1990 aufgebaut. „Wenn die Wende nicht gekommen wäre, sollten damals nach Bedarf alle neuen Leuchttürme nach diesem Vorbild gebaut werden“, sagte der Direktor.

66 Molenfeuer stehen noch an der Ostseeküste
„Für uns ist er ein Schmuckstück“, sagte Rolf Merkel vom Rathenower Verein zur Förderung, Pflege und Erhaltung der optischen Traditionen. Jahrzehntelang seien in der brandenburgischen Stadt von der damaligen Firma Gebrüder Picht & Co. Linsensysteme hergestellt worden. „Mehr als 100 Leuchttürme weltweit wurden damit ausgestattet“, sagte Merkel. Naturgemäß verblieb keiner in der Stadt an der Havel. Das soll sich nun ändern. „Der Leuchtturm von der Mittelmole hatte zwar keine Rathenower Optik, sie ist ihr aber sehr ähnlich“, sagte Merkel. Ausgestattet sei er einst mit Uferfeuerlaternen gewesen. „Das bekommen wir auch wieder hin, er soll in Rathenow wieder leuchten“, sagte der Vereinssprecher.

Bezahlt haben die Rathenower nichts für den Warnemünder Leuchtturm. Das Land habe keine Verwendung mehr für das Seefeuer, begründete Dirk Berger, in der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Stralsund zuständig für Schifffahrtszeichen. „Als Behörde ist es nicht unsere Aufgabe, Historie zu unterhalten, sondern uns um die noch verbliebenen sechs großen und 60 kleinen Molenfeuer im Land zu kümmern“, sagte Berger. Aus diesem Grund sei auch vor einem Jahr ein ausgedienter Leuchtturm von der Insel Hiddensee nach Fürstenwalde verschenkt worden. Dort war das Baudenkmal vor 100 Jahren gebaut worden. In Rathenow wird der Leuchtturm direkt ins Wasser der Havel gestellt.

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