Letzte Rettung für Hundebabys

Rüde Anjo ist ältester Gast in der Tierpension in Klein Sien. Er sucht ein neues Zuhause. Fotos: Michael Köster (2)
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Rüde Anjo ist ältester Gast in der Tierpension in Klein Sien. Er sucht ein neues Zuhause. Fotos: Michael Köster (2)

Ein leises Wimmern dringt aus dem kleinen Holzhäuschen vor der Tierauffangstation von Nadine Gronek. Sechs Hundebabys wurden dort in ein Körbchen gelegt, kauen auf Kuscheltieren herum und kuscheln sich eng aneinander. Die Welpenklappe in Klein Sien ist für die Fellknäuels die letzte Rettung vor dem Tod.

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19. Dezember 2008, 06:55 Uhr

Klein Sien | "Das ist noch immer die einzige Welpenklappe in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Ich habe jedenfalls noch von keiner anderen gehört", sagt Nadine Gronek, die seit fünf Jahren versucht, hilflosen und ausgesetzten Tieren mit der "Tierhilfe Norddeutschland" in Klein Sien zu einem besseren Leben zu verhelfen und sie an Familien weiter zu vermitteln. Im Juni 2005 stellte die gelernte Tierpflegerin die Klappe für Hundebabys auf. Seitdem landen regelmäßig junge Vierbeiner in dem liebevoll gestalteten Mini-Häuschen. Im Monat seien es zehn bis 15 neue Welpen und ausgewachsene Hunde, die sie in ihrer Pension aufnimmt. Von den sechs Labrador-Mix-Welpen, die vor kurzem dort abgelegt wurden, ist heute nur noch einer in der Tierpension. "Den kleinen Krümel bringen wir auch noch unter", sagt Gronek und küsst dem schwarzen Schlappohr auf den Kopf.

Vierbeiner beliebt als Geschenk zu WeihnachtenGerade jetzt zur Weihnachtszeit seien Tiere ein beliebtes Geschenk, weiß die 30-Jährige. Doch die Anschaffung sollte gut überlegt sein. "Sich ein Tier zu holen, ist eine Entscheidung der ganzen Familie. Jeder muss sich seiner Verantwortung bewusst sein", erklärt die gebürtige Essenerin. Sonst lande der Hund nach Weihnachten womöglich wieder in der Klappe.

Derzeit tummeln sich auf dem Hof von Nadine Gronek sieben Mischlingswelpen, acht bzw. zwölf Wochen alt. Zwei Chow-Chow-Welpen sind momentan in der Nähe von Kiel bei einer Pflegefamilie untergebracht. Nicht selten kommt es vor, dass sich Pflegefamilien ganz der Vierbeiner annehmen. "Das ist immer der Idealfall. Wir haben Pflegestellen in ganz Norddeutschland, von Rügen bis Hamburg, Fehmarn usw.", erzählt die Tier-Närrin. Für die Verpflegung, Impfungen und Wurmkuren kommen Gronek und ihre vielen Helfer auf. Sie finanzieren sich hauptsächlich durch Spenden.

Viel Geld für Sanierungsarbeiten in der Pension und auf dem Hof bleibt da nicht übrig. "Trotzdem planen wir, den Schuppen für die Hunde auszubauen", erzählt Nadine Gronek. 24 große Vierbeiner der verschiedensten Rassen leben auf dem großen Gehöft in Klein Sien , immer in Gruppen von mehreren Tieren. "Das ist für mich artgerechter. So können sie viel miteinander toben", sagt Nadine Gronek, die die Hundehütten mit Rotlicht ausgestattet hat, damit es ihre Schützlinge im Winter warm haben. Ältester Gast in der Pension ist Rüde Anjo, ein Kurzhaar-Mix, der vor etwa einem Jahr völlig abgemagert und mit Bisswunden im Gesicht bei Nadine Gronek landete. "Mein größter Wunsch zu Weihnachten ist es, dass ihn eine liebe Familie aufnimmt. Er ist jetzt zwei Jahre alt, ein lieber Kerl", sagt die 30-Jährige.

Die Tiervermittlung über Internet, Mundpropaganda und Aushänge laufe ganz gut, dafür sei es aber schwierig, einen Mann fürs Leben zu finden. "Bei so vielen Hunden müsste er wohl schon Tierarzt oder Hundetrainer sein", sagt Nadine Gronek mit einem Schmunzeln.

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