Letzte EM-Chance für Mark Frank

<strong>Mark Frank</strong> geht als Titelverteidiger im Speerwurf bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig an den Start. <foto>Inside-Picture</foto>
Mark Frank geht als Titelverteidiger im Speerwurf bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig an den Start. Inside-Picture

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13. Juli 2010, 08:48 Uhr

Rostock | Die gute Nachricht: Rostocks Speerwerfer Mark Frank wird am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig an den Start gehen. Was allerdings dabei herauskommt, weiß der 32-Jährige nicht so ganz genau. "Es ist für mich die letzte Möglichkeit, mich für die Europameisterschaften in Barcelona (27. Juli bis 1. August - d. Red.) zu qualifizieren", sagt der Modellathlet vom 1. LAV.

81 Meter lautet die Norm vom Deutschen Leichtathletikverband (DLV). Für Frank normalerweise kein Problem: "Über diese Weite muss ich eigentlich nicht großartig nachdenken." Jedoch zwangen hartnäckige Rückenprobleme, die zu einem fehlerhaften Technikbild und einer Ausweichbewegung beim Wurf führten, den Hansestädter zu einer sechswöchigen Wettkampfpause. 21 Tage durfte er sogar fast gar kein Training machen. "Die linke Seite der Rückenmuskulatur war fest, hatte sich richtig doll zusammengezogen. Ich konnte keine Bogenbewegung machen und ohne die, kann man keinen Speer weit werfen", erklärt der Ostseestädter.

Dabei war er voller Hoffnungen in die Saison gestartet. "Im März beim Trainingslager in Spanien ging es anfangs richtig gut. In Kurzserien hatte ich ohne große Anstrengungen weit geworfen, bis ich mir eine Bauchmuskelzerrung zuzog", so der letztjährige Deutsche Meister und WM-Achte, der oft in seiner Karriere mit Verletzungen kämpfte.

Die "Kopf in den Sand stecken"-Phase, wie er es selbst beschreibt, hat Mark Frank aber längst überwunden: "Zwischenzeitlich wollte ich das Jahr schon abhaken und beenden. Aber mittlerweile habe ich vor, unabhängig von der DM und EM, noch bei ein paar Wettkämpfen zu werfen. Schließlich kann ich mich mit 79,27 Meter (Franks aktuelle Jahresbestweite - d. Red.) nicht aus der Saison verabschieden."

Seit zwei, drei Wochen ist er wieder im Training, hat den Speer auch schon geworfen. Zu was es am Wochenende reicht, lässt sich für ihn nur schwer einschätzen. "Ich fahre guten Mutes zur Meisterschaft und lasse mich überraschen. Ich freue mich auf den Wettkampf", so Frank, der sich am Freitag auf den Weg nach Niedersachsen macht.

Favorit auf den Titel ist Matthias de Zordo (Saarbrücken). "Er ist richtig gut drauf und hat mehrmals um die 84,50 Meter geworfen. Wenn ich gesund geblieben wäre, hätten wir uns gegenseitig schön pushen können. Mal sehen, vielleicht klappt das ja trotzdem", so der Mecklenburger zuversichtlich.

Die Speerwurf-Konkurrenz wird am Sonnabend um 12.20 Uhr gestartet: "Dabei wird das Stadion mit Sicherheit noch ziemlich leer sein. Aber daran erkennt man, welchen Stellenwert die Disziplin derzeit hat."

Das DLV-Motto der diesjährigen Titelkämpfe lautet: "Über Braunschweig nach Barcelona". Mark Frank würde diese Parole am liebsten auf sich beziehen und umsetzen: "Das klingt doch ganz gut. Ich würde mich freuen, wenn es so klappt. Versuchen werde ich es in jedem Fall."

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