Lesemarathon in der Schelfstadt

Die Puppenspielerin Margrit Wischnewski las im Einrichtungsgeschäft „Außergewöhnlich“ in der Münzstraße verschrobene und heitere Gedichte von Friederike Kämper. Foto: Herbert Kewitz
Die Puppenspielerin Margrit Wischnewski las im Einrichtungsgeschäft „Außergewöhnlich“ in der Münzstraße verschrobene und heitere Gedichte von Friederike Kämper. Foto: Herbert Kewitz

Restaurants, Fachgeschäfte, Ateliers und Büros in der Schelfstadt wurden am Sonnabend vorübergehend zu Lesestuben, als bekannte Schweriner für die Aktion "Eine Straße liest" ihre liebsten Bücher auspackten und daraus vorlasen.

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16. November 2008, 07:41 Uhr

Schelfstadt | Zum einem Höhepunkt bei den 13. Schweriner Literaturtagen luden am Sonnabend 28 Geschäfte in der Schelfstadt. "Eine Straße liest" war der Titel der Veranstaltung, bei der Spenden für Unicef gesammelt wurden. Unter den 60 Vortragenden waren Dagmar Dark-Ringstorff, Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig, SVZ-Chefredakteur Thomas Schunck, Buga-Chef Jochen Sandner, Bischof Hermann Beste und Museumsleiterin Gesine Kröhnert.

Zum fünften Mal fand der wohltätige Lesemarathon statt, bei dem an allen 28 Leseorten Spenden gesammelt wurden - in diesem Jahr zugunsten des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef). "Die Idee von ,Eine Straße liest hat mich begeistert", sagte Maria von Welser, Vize-Vorsitzende von Unicef Deutschland. Sie selbst hatte sich mit einer einstündigen Lesung im Modehaus Schulze beteiligt. Dabei las sie das Märchen vom Mädchen mit den Schwefelhölzern sowie Passagen aus ihrer eigenen Biografie, und reichte anschließend die Sammelbüchse herum. Nicht nur an diesem Vortragsort war das Haus bis auf den letzten Platz besetzt. Bei fast allen Lesungen drängten sich die Zuhörer in die Fachgeschäfte, Cafés und Galerien in der Münz- und Puschkinstraße.

Im Atelier Bunter Scherben hörte das Publikum dem Zoodirektor Michael Schneider zu, wie er seine Lieblingsgedichte von Hans Magnus Enzensberger, Rainer Kunze und Eckhard Ulrich vortrug. Einige spontane Einfälle rezitierte der Chef des Zoos sogar aus der Erinnerung.

Die Münzstraße ein Stück weiter hinunter, saß Margrit Wischnewski, Leiterin der Schweriner Puppenbühne, zwischen Leinenstoffen und Blumendecken im "Außergewöhnlich". Sie las "Verschrobenes und Heiteres" aus Friederike Kämpers Gedichtband "Lebensweisheiten".

Gegenüber, in der Kita Rappelkiste, trug Manuela Schwesig einem jungen und gespannt lauschenden Publikum die Geschichte von Hänsel und Gretel vor. Anschließend schenkte Schwesig ihr Exemplar des Märchenbuches den Zuhörern.

Bis in die Abendstunden zogen sich die Lesungen an einzelnen Orten. "Wir freuen uns, dass auch neue Orte wie das Bärenland und die Suppenstube dabei waren", sagte Cheforganisator Peter Kuhlmann. Er selbst hatte noch einen anspruchsvollen Einsatz bei der abschließenden Versteigerung. Kuhlmann assistierte dem Schauspieler Klaus Bieligk, der Bücher, Regenschirme, Gebäck und allerlei Kurioses unter den Hammer brachte. Die Palette reichte von einem Messingkessel über Strumpfbeine bis hin zu Segeltörns und Cellounterricht.

321 Euro betrugen die Einnahmen allein bei der Versteigerung. Zusammen mit den Einzelspenden von 150 Euro, die bereits am Sonnabend vorlagen, und dem Geld aus den zahlreichen Sammelbüchsen wird der Erlös für Unicef-Kinderhilfsprojekte in Afrika zur Verfügung gestellt. Die Gesamtsumme will Kuhlmann am Donnerstag bekannt geben.

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