Riesendank an Prignitzer für ihre tolle Unterstützung : Leon hat die Krankheit besiegt

Kann wieder lächeln: Leon zusammen mit Kerstin Schaffner, der Cousine seines Vaters. Das Foto entstand Anfang April kurz nach der Knochenmarktransplantation.Privat
Kann wieder lächeln: Leon zusammen mit Kerstin Schaffner, der Cousine seines Vaters. Das Foto entstand Anfang April kurz nach der Knochenmarktransplantation.Privat

Richtig ausgelassen toben. Das ist Leons größter Wunsch. Und seit gestern darf der siebenjährige Perleberger das nach Herzenslust tun. Er wurde aus der Eppendorfer Klinik in Hamburg entlassen.

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19. Mai 2011, 09:04 Uhr

Toben. Richtig ausgelassen toben. Das ist derzeit Leons größter Wunsch. Und seit gestern darf der siebenjährige Perleberger wieder nach Herzenslust umhertollen. Am Nachmittag wurde er aus der Eppendorfer Klinik in Hamburg entlassen. Leon ist wieder gesund.

Noch vor wenigen Wochen kämpfte der kleine Perleberger um sein Leben. Es sah nicht gut aus, es war ein Kampf gegen die Uhr. Ein Gendefekt fesselte ihn wochen-, ja monatelang ans Bett und an den Rollstuhl. Sein Immunsystem bildete zu viele Abwehrzellen, die körpereigene Organe angriffen. Verzweifelt wandten sich seine Eltern Heidelinde Plog und Maik Brusberg an die Öffentlichkeit, baten den "Prignitzer" um Unterstützung. Leons einzige Chance bestand in einer Knochenmarkspende.

Unserer Zeitung organisierte gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und Leons Eltern eine der größten Typisierungsaktionen in der Prignitz. "Eine Region zeigt Solidarität" titelten wir am 14. Februar: 349 Prignitzer folgten dem Aufruf und ließen sich als potenzielle Spender registrieren. Durch weitere Aktionen waren es am Ende rund 500. Auf dem von der Stadt Perleberg eingerichteten Spendenkonto gingen mehr als 11 600 Euro ein. Dieses Geld steht der DKMS für Blutuntersuchungen zur Verfügung.

Anfang März wurde ein passender Spender gefunden, nicht aus der Prignitzer Aktion heraus, aber in der weltweiten Datenbank. "Am 22. März erhielt Leon die Spende und sein Körper hat das fremde Knochenmark gut angenommen", sagte gestern Maik Brusberg. Die Ärzte hätten Leon eine gute und ungewöhnlich schnelle Genesung bescheinigt. "Sein Wille hat sie beeindruckt und wir sind beeindruckt von diesem Ärzte- und Schwesternteam", so sein Vater.

In kleinen Schritten gehe es voran. In den nächsten Tagen muss Leon wieder lernen zu essen, Appetit und Geschmack zu entwickeln. Zuvor wurde er durch eine Sonde ernährt. Verkabelt und an Apparaturen angeschlossen war seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt. "Manchmal durfte er für zwei Stunden frei spielen, aber das war ihm immer viel zu wenig", erzählt Brusberg.

Die nächsten Wochen wird der Junge zusammen mit seinen Eltern in Hamburg im McDonald-Haus verbringen. Alle zwei bis drei Tage sind ambulante Untersuchungen notwendig. Läuft der Heilungsprozess weiter so gut, kann die Familie voraussichtlich Mitte Juni nach Perleberg zurückkehren. Bis dahin wird Leon auch wieder Haare haben. "Die Stoppeln sind schon drei Millimeter lang", berichtet sein Vater stolz.

Die Eltern bedanken sich schon heute auf diesem Wege bei allen, die geholfen haben, sei es mit ihrer Bereitschaft Knochenmark zu spenden, sei es mit Geld, mit lieben Worten mit Gesten, die Leons Familie Mut machten. Einen ganz besonderen Dank richten die Eltern an Oma Eva Wendel und an Maiks Cousine Kerstin Schaffner aus Wittenberge.

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