Lenny Kravitz im Vorprogramm

Die vier Musiker von „Drei Bergen“ haben große Pläne. Die Bützower Band hat ein Demoband aufgenommen, jetzt sollen bald die großen Auftritte folgen.

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28. März 2008, 04:39 Uhr

Mit gespannter Miene dreht Mirko Petek an den Stimmknöpfen, zupft eine Gitarrensaite, und achtet dabei auf den Ausschlag des Zeigers am Stimmgerät. „Der Pegel für jede einzelne Saite muss in der Mitte sein“, erklärt der Gitarrist. Sänger David Znoyek nimmt die Hände aus den Taschen und klopft ans Mikrofon. „Eins, zwei, drei, alles klar.“ Dann erfüllt ein Grollen den kleinen Proberaum, und Znoyek brüllt mit geschlossenen Augen ins Mikrofon.

Die Rock-Band „Drei Bergen“ gründete sich erst im vergangenen Juni. Schlagzeuger René Meinhardt (35), Bassist Marko Teutge (38) und Gitarrist Mirko Petek (31) kannten sich schon vorher aus anderen Bands und suchten noch einen Sänger, Nesthäkchen David Znoyek kam dann wenige Wochen später dazu. Zwei Mal die Woche probt die Band. Jetzt haben die vier Musiker ein Demoband eingespielt, damit wollen sie sich bei Veranstaltern bewerben. Ein befreundeter Musiker hat das Band produziert.

„Dreibergen“ trat schon bei der Zehn-Jahres-Feier in der „Goldine“ in Göllin und im ZHW in Bützow auf. „Wir haben eine zarte, aber stetig wachsende Fangemeinde“, sagt René Meinhardt. Manche laufen auch schon mit Aufnähern der Band rum. Der größte Fan ist allerdings Thomas Znoyek, Vater von Sänger David. „Der war bisher bei jedem Auftritt dabei“, sagt der Sohn.

„Unsere Texte beschäftigen sich mit Alltagssorgen, Probleme, die uns aufstoßen“, sagt Schlagzeuger Meinhardt – wie bei dem Lied „Moin, Moin“:

„In der Arena die Pegeltrinker, den Fusel beim Bäcker erworben, so verbringen sie den Morgen, mit den Sorgen um’s besorgen, der Rest bleibt verborgen...“

Der Bandname „Drei Bergen“ ist bewusst gewählt, alle haben mal in Bützow gewohnt. Dass der Stadtteil oft mit der JVA assoziiert wird, sei ein Nebeneffekt. „Es soll provokativ sein, hat mit der JVA aber nichts zu tun“, sagt der Schlagzeuger. Aber auch ihr Bandlogo deutet auf die JVA hin: Ein Stacheldraht umkreist drei Berge, hinter denen die Sonne aufgeht.

Die Band hat schon 14 Titel im Repertoire, Songs wie „An den Galgen““ oder „Liebes Lied“ – eine Ode an die Musik selbst:

„Sie wird mich nie enttäuschen, sie ist da, wenn ich sie brauch, sie ist das, waoran ich glaube, ich weiß genau, ihr kennt das auch, diese Liebe ist für immer, bis in alle Ewigkeit, ich widme ihr alles, meine ganze Lebenszeit...“

Doch die Lebenszeit besteht nicht nur aus Musik: Sänger David Znoyek arbeitet mit Suchtkranken in Sternberg, Schlagzeuger René Meinhardt macht eine Umschulung zum Touristik-Kaufmann und derzeit ein Praktikum im Bützower Rathaus, die anderen beiden Mitglieder sind auf Arbeitssuche. Doch der größte Wunsch ist klar: „Es wäre schön, mit der Musik seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können“, sagt Marko Teutge. Bisher haben die Jungs umsonst gespielt, nach den Auftritten einen Hut rumgehen lassen. In Bützow spielen sie als nächstes beim „Topido-Festival“, warten sonst auf weitere Angebote. Mirko Petek scherzt: „Und irgendwann hätten wir gerne mal Lenny Kravitz im Vorprogramm.“


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