Leipzig wird zur riesigen Lesebühne - 1500 Autoren gestalten die Buchmesse zum größten Lesefest Europas

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12. März 2008, 09:05 Uhr

Eine Buchmesse als gigantisches Lesefest: 1500 Autoren haben sich in Leipzig angesagt. Wir stellen die interessantesten Neuerscheinungen und das Gastland der Buchmesse vor.
Ob Kneipe oder Kirche, Gericht oder Galerie, Friedhof oder Friseursalon: Alljährlich im Frühjahr wird ganz Leipzig vier Tage und Nächte lang zur riesigen Lesebühne. Dieses Jahr heißt es parallel zur Buchmesse vom 13. bis 16. März „Leipzig liest“ und „Leipzig hört“.

An mehr als 300 Spielstätten wollen bei Europas größtem Lesefest 1500 Schriftsteller aus aller Welt ihre Fans in den Bann ziehen. Literaturstudenten präsentieren ihre Arbeiten, Bestsellerautoren wie Martin Walser und Thomas Brussig ihre aktuellen Werke. Auch Schauspieler, Musiker und Politiker beteiligen sich am Lese-Marathon; etwa Ulrich Noethen, Mathieu Carriere, Helge Schneider, Udo Lindenberg, Charlotte Roche und Claudia Roth.

„Der Charme von ,Leipzig liest’ ist die Kombination von Inhalten und Orten“, betont Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Auf einem Friedhof präsentiert etwa Rohan Kriwaczek „Eine unvollständige Geschichte der Begräbnisvioline“, im Botanischen Garten stellt die Spanierin Isabel Blanco del Pinal „Arabische Paläste – Paradiesische Gärten“ vor. Die Schauspieler Anna Thalbach und Franz Dinda lesen in der Deutschen Nationalbibliothek Texte von Jane Austen bis Stefan Zweig. Im berühmten Auerbachs Keller lädt Kellerchronist Bernd Weinkauf zum „Literarischen Mittagessen – ohne Goethe“. Auch Hörbuch- Fans kommen nicht zu kurz. Sie können zwischen 120 Veranstaltungen wählen.

„Im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse, die ein Lizenzmarkt im großen Stil ist, ist man in Leipzig mehr an der Bücherfront. Es ist ein Bücherfest“, sagt Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Mehr als 150 Buchpremieren sind 2008 bei „Leipzig liest“ geplant. Neben junger deutscher Literatur sollen vom 13. bis zum 16. März Werke aus Mittel- und Osteuropa im Mittelpunkt stehen.

Ein weiterer Messe-Schwerpunkt sind zum 40-jährigen Jubiläum der Studentenrevolte die „68er“. Jutta Ditfurth etwa präsentiert ihr neues Buch „Rudi und Ulrike, Geschichte einer Freundschaft“ über Rudi Dutschke und Ulrike Meinhof. Rainer Langhans, Mitbegründer der legendären Kommune I, hat seine Lebensgeschichte „Ich bin’s. Die ersten 68 Jahre“ im Gepäck und Götz Aly „Unser Kampf. 1968 – ein irritierter Rückblick“.

Rund 60 Prominente nehmen auf dem beliebten „Blauen Sofa“ in der Glashalle der Messe Platz, darunter Paul Maar, Alice Schwarzer, Winfried Glatzeder und Jenny Erpenbeck.

Zum dritten Mal in Folge gibt es bei der Langen Leipziger Lesenacht ein Stelldichein junger Literaten. Auf vier Bühnen in den Gewölben der Moritzbastei gestalten mehr als 40 junge Autoren die größte Lesung zur Buchmesse.

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