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16. Dezember 2017 | 04:41 Uhr

Leinen los: Hundeparadies Rostock

vom

svz.de von
erstellt am 28.Mai.2010 | 08:26 Uhr

Rostock | Nur in der Innenstadt und in Teilen Warnemündes besteht für Hunde in Rostock Leinenzwang. Außerhalb dieser Gebiete steht es ihren Haltern frei, sie an die Hand zu nehmen, was vor allem die Sicherheit von Kindern einschränkt. "Dabei geht es um Gefährlichkeit, nicht um die Größe", sagt Anita Justies. Die Rentnerin fordert strengere Vorschriften und die Ausweitung des Leinenzwangs auf das gesamte Stadtgebiet, insbesondere auf Parks, Gärten und Spielplätze. "Ich finde Hunde toll und niedlich, aber es geht um die Sicherheit der Kinder", sagt sie und führt die Attacke einer amerikanischen Bulldogge auf ein siebenjähriges Mädchen am 18. Mai in Warin als Beleg an.

Hundebesitzer wie Benjamin Bergen sehen dieses Thema weniger kritisch. "Bei mir ist die Leine hauptsächlich dazu da, dass meine Ronja nicht vor die Autos läuft", sagt er. Allerdings hat er seine gerade erst drei Jahre alt gewordene Hündin auch einem freiwilligen Wesenstest unterzogen, um ihre gefährlichen Veranlagungen festzustellen. Solche Tests nehmen Amts- oder von ihnen beauftragte Tierärzte vor. Eine Pflicht dazu oder einen Hundeführerschein lehnt Bergen aber ab. "Die Pflicht liegt aber immer bei den Haltern, ein Tier kann nie was dafür", sagt er. Er könne auch die Sorgen einer Mutter nachvollziehen, wenn ein Hund auf ihr Kind zurennt - auch wenn er es dann nur einmal abschleckt.

Ob der bestehende Leinenzwang in den ausgewiesenen Gebieten überhaupt eingehalten wird, kontrollieren etwa zehn Feuerwehrleute der Arbeitsgemeinschaft Tier sowie stichprobenartig unterschiedliche Stellen der Stadtverwaltung. "Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro", sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die können auch bei nicht aufgesammelten Hinterlassenschaften der Tiere sowie nicht vorhandener Hundesteuermarke fällig werden. Laut Stadtverordnung, die noch bis Juli 2010 gültig ist, dürfen die Leinen nicht länger als zwei Meter sein. Ob die Festlegungen geändert werden, steht noch nicht fest.

Besondere Regelungen gelten hingegen für die 98 in der Hansestadt gemeldeten Kampfhunde. Zu ihnen gehören die Rassen American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bull Terrier oder Bull Terrier und dürfen ohne einen bestandenen Wesenstest oder Kastration nicht ohne Leine und Maulkorb nach draußen. Außerdem müssen ihre Halter spezielle Kenntnisse nachweisen und körperlich dazu in der Lage sein, ihre Tiere zu bändigen. Von den als gefährlich eingestuften Hunden ohne Wesenstest oder Kastration gibt es insgesamt 22 in Rostock. Ihre Besitzer werden bei der Steuer mit 468 Euro im Jahr zur Kasse gebeten. Ein normaler Hund hingegen kostet 84 Euro im Jahr. Von ihnen gibt es rund 6500 im Stadtgebiet. "Die Dunkelziffer dürfte nicht wesentlich höher sein", sagt Kunze. Zwischenfälle mit außer Kontrolle geratenen Hunden, sind ihm bislang nicht gemeldet worden.

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