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Sternberg : LED verdrängt die Rundumleuchte

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Wenn Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr zum Einsatzort eilen, blinkt und schallt es weithin. Das Innenleben von Blaulicht und Akustiksignal stammt dabei häufig aus Sternberg.

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erstellt am 14.Jan.2011 | 10:20 Uhr

Der zur Firmengruppe Hänsch gehörende Betrieb im Gewerbegebiet Rachower Moor liefert Komponenten für optische und akustische Warnsysteme, oder einfacher gesagt, für Blaulicht und Sondersignale sowie für gelbe Blinkleuchten. Kunden des Unternehmens, das den Hauptsitz im emsländischen Herzlake hat und Mitte 2009 sein 25-jähriges Bestehen feierte, sind namhafte Autohersteller sowie Ausrüster von Fahrzeugen für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) deutschlandweit und in aller Welt, sagt der Sternberger Betriebsleiter Thomas Hiller stolz. 1994 wurde hier die Fertigung aufgenommen und seitdem kontinuierlich ausgebaut. Selbst die Finanz- und Wirtschaftskrise habe so gut wie gar nicht durchgeschlagen, der Umsatz sei in diesen Jahren sogar gestiegen, erklärt Hiller. Zu den Vorteilen des kleinen Betriebes gehöre seine Flexibilität. Komme ein Großauftrag ins Haus, werde die Fertigung erst einmal darauf konzentriert. Da aber in der Regel eine Ausschreibung voraus gehe, bleibe ausreichend Zeit, sich darauf einzustellen.

Den Anfang hatten vier Beschäftigte gemacht, heute sind es 13, einschließlich dem Chef. Der Diplomingenieur, Kfz-Mechanikermeister und Betriebswirt, den es einst über mehrere Stationen nach Dabel verschlug, arbeitet seit 1996 in dem Betrieb. Die Firmengruppe sei mit der so genannten Doppelblitztechnik groß geworden. Inzwischen nehme aber auch bei den blauen und gelben Kennleuchten für Polizei, Rettungswagen, Feuerwehr und Straßenmeistereien die LED-Technik rasant zu. Die herkömmliche Rundumleuchte, die mittels Drehspiegel funktioniert, werde immer mehr verdrängt, erklärt Rolf Tessmer, der sich von Sternberg aus um den Vertrieb in den neuen Bundesländern kümmert.

Eine Spezialstrecke des Unternehmens sind im Dachaufbau integrierte Kennleuchten. Das Stammhaus in Herzlake entwickle sie gemeinsam mit den Fahrzeugausrüstern von Rettungs wagen und Feuerwehren, erzählt Rolf Tessmer, der Sternberger Betrieb liefere Module dafür, überwiegend in größeren Serien. Es gäbe Dutzende verschiedener Varianten, meist individuell nach den Vorstellungen der Kunden. Seit etwa sechs Jahren laufe diese Produktion. "Bei integrierten Kennleuchten hat unsere Firma einen Marktanteil von 95 Prozent. Hier wird jetzt alles mit LED-Technik ausgerüstet", sagt Rolf Tessmer. Denn die Leuchtdioden hätten einen größeren Blau- oder Gelbanteil und seien deshalb aus weiterer Entfernung besser zu erkennen. Außerdem verbrauchten sie weniger Strom.

Neben Kennleuchten stellt das Unternehmen gelbe Warnleuchten her. Beide unterscheiden sich äußerlich nicht, letztere sind lediglich in der Leistung etwas reduziert und dürfen von jedermann genutzt werden, auf der Straße jedoch nur im Stand. Wichtig dabei sei, dass auch die Warnleuchten vom Kraftfahrtbundesamt geprüfen und zugelassen sind, unterstreicht Tessmer. Billigprodukte ohne diese Zulassung dürften im Straßenverkehr nicht verwendet werden. Wer dagegen verstoße und auf
diese Weise einen Unfall verursache, riskiere seinen Versicherungsschutz, fügt der Fachmann an.

Wie die Leuchten würden auch die akustischen Sondersignale von Rettungsdienst und Polizei ständig weiterentwickelt. Der Volksmund spreche immer wieder vom Martinshorn, doch das funktioniere über Druckluft. Die heute verbreiteten Sondersignale würden sich grundsätzlich davon unterscheiden, macht Rolf Tessmer deutlich. Hier erzeuge Elektronik über Lautsprecher den schrillen Ton, wie beim Radio mit einem Verstärker und in genau vorgeschriebenen Frequenzbereichen.

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