7. Präventionswoche startet Montag in Parchim : Lebst du? Oder kuckst du nur?

 Computersucht  ist  nicht zu unterschätzen: Neun Prozent aller heutigen Sechstklässler zeigt  bereits heute exzessives Spielverhalten.  Etwa ein Viertel alle Onlinespieler verbringt  in der Woche    mehr als   40 Stunden vor           dem Computer. Simone Herbst
Computersucht ist nicht zu unterschätzen: Neun Prozent aller heutigen Sechstklässler zeigt bereits heute exzessives Spielverhalten. Etwa ein Viertel alle Onlinespieler verbringt in der Woche mehr als 40 Stunden vor dem Computer. Simone Herbst

Parchims Präventionswochen legen den Daumen immer direkt in die Wunde. So wollen die Organisatoren sensibel machen für ungeliebte Nebenwirkung der Zivilisation, aufklären, beraten und mit Alternativen dagegensteuern.

von
04. November 2010, 12:05 Uhr

Nach weichen Drogen und Alkohol in den vergangenen beiden Jahren liegt der Schwerpunkt diesmal auf den Medien. Die haben besonders bei Kindern und Jugendlichen einen hohen Stellenwert, denn keine andere Generation hat eine so innige Beziehung zu PC, Internet, Chat, TV und Handy, wie die heute 8- bis 25-Jährigen.

"Die Präventionswoche beleuchtet diese Beziehung unter verschiedenen Aspekten", kündigt Jürgen Hienzsch, Vorsitzender der Präventionsrates des Landkreises Parchim, an. Da gehe es um das Nahliegende, nämlich Informationsgewinnung und Kommunikation. Vor allem beschäftigt sich die Woche inhaltlich aber stark mit dem Sucht- und dem Kriminalitätspotenzial, welches Medien in sich bergen.

Dabei ist die Präventionswoche weniger eine Messe für Jedermann. Sie richtet sich gezielt an Schulen im gesamten Landkreis und dabei erstmals auch an Grundschulen. Wegen der Organisation, bei der nichts dem Zufall überlassen sein soll, schon Wochen zuvor per Einladung.

Nach der Eröffnung am Montag im Haus der Jugend in Parchim wird es zunächst einiges an Kultur und danach dann diverse Mitmachstände geben. An denen kann man seine Motorik testen und schulen. Polizei und Kreisverkehrswacht kommen mit Fahrsimulatoren, Fitness-, und Kosmetikstudio sind vor Ort, ebenso das Bewerbercenter, verschiedene Krankenkassen, die ParMa und das Suchthilfezentrum. Während das junge Semester hier das Publikum stellt, sind die anschließenden Seminare gemacht für die Eltern und die so genannten Multiplikatoren - all jene also, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Seminar-Partner sind hier die Medienberatungsstelle Schwerin, Landeskoordinierungsstelle für Suchtberatung und das DRK. Besonders spannend dürfte hier der Selbsterfahrungsbericht eines Betroffenen sein.

Gleiches Programm wiederholt sich am Dienstag in Sternberg (bei Dialog + Action im Bahnhof) sowie am Donnerstag in Lübz (MGH). "Es hat sich bewährt, die Veranstaltungen zu dezentralisieren", erklärt Hienzsch. "Denn es ist wesentlich preiswerter, Leute und Equipment vor Ort zu bringen, als wenn sich sämtliche Schulen auf den Weg nach Parchim machen würden."

Parallel zu den Vorbereitungen auf die Präventionswoche, waren die Schulen übrigens zu einem Theaterwettbewerb aufgerufen. Die Aufgabe: Die Schüler sollten eigene Stücke einstudieren, die 15 Minuten lang sind und Medien zum Thema machen. Bei der Präsentation am Mittwoch (Haus der Jugend Parchim) werden die Regionalschule Marnitz, die Grundschule West, die Fritz-Reuter-Schule und die Goethe-Schule Parchim sowie des Gymnasium Lübz ihre Stücke einer Jury präsentieren. Die Kür des Siegers findet bei Abschlussveranstaltung am Freitag statt.

Ihre Premiere hatte die Parchimer Präventionswoche übrigens in den 1990er Jahren. Damals gemeinsam organisiert von Kreisjugendamt und -jugendring. Als letzterer wegbrach, bedeutete das zunächst auch das Aus für die Präventionswoche. Seit 2004 gibt sie wieder. Als Veranstalter engagieren sich seitdem der Präventionsrat, der Landkreis Parchim, das Suchthilfezentrum des Diakoniewerkes Kloster Dobbertin und die Stadt Parchim mit dem Haus der Jugend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen