Schwerin: Wasserwacht arbeitet an der Belastungsgrenze : Lebensretter am Limit

Rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft: Sven Jacobs, René Buchholz und Tobias Bläß (v.l.) halten bei Segelregatten alles im Blick. Reinhard Klawitter
Rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft: Sven Jacobs, René Buchholz und Tobias Bläß (v.l.) halten bei Segelregatten alles im Blick. Reinhard Klawitter

Für die Schweriner Rettungsschwimmer der Wasserwacht des DRK`s ist es ein Spagat. Einerseits müssen sie die Strände im Blick behalten, andererseits ist ihr Einsatz bei Segelregatten gefragt.

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31. Mai 2011, 12:55 Uhr

Für die Schweriner Rettungsschwimmer der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist es oft ein Spagat. Einerseits müssen sie die Strände in Lankow, Zippendorf und das Freibad Kalkwerder im Blick behalten, andererseits ist ihr Einsatz bei Segelregatten auf dem Schweriner See gefragt. Bei bis zu 20 Wettkämpfen im Jahr sind sie nach Angaben von Lebensretter Christoph Matthies auf dem Wasser. Zwei Boote mit je zwei Mann an Bord begleiten die Regatten, an denen zum Teil mehr als Hundert Segelsportler teilnehmen.

Die Wasserwacht war beim Sparkassen-Cup 2011 etwa 50 Mal im Einsatz. "Die kippten zum Teil wie die Fliegen", sagt Matthies. Die Lebensretter müssen häufig auch treibende Segler aus dem Wasser ziehen. Aber: "Manchmal ist unsere Hilfe gar nicht so gern gesehen, denn sobald wir eingreifen, ist der Sportler vom Rennen ausgeschlossen", so Matthies. Die Segler versuchen zunächst allein, ihr Boot wieder in den Griff zu bekommen. "Aber manchen fehlt nach mehreren Versuchen einfach die Kraft, ihr gekentertes Boot wieder aufzurichten", sagt Matthies. Schwere Verletzungen seien zum Glück selten, Quetschungen und Stauchungen dagegen an der Tagesordnung.

Besonders heikel wird es für die Wasserwacht, wenn sie zeitgleich bei einer Regatta gebraucht, zu einem Badeunfall und einem auf eine Untiefe aufgelaufenen Freizeit-Segler gerufen wird. "Dann ist unser Limit erreicht", sagt Tobias Bläß, hauptamtlicher Leiter der Wasserwacht, die bis zu drei Boote einsetzen kann. "Touristen-Kontakt haben wir allerdings eher selten", sagt Matthies.

Ehrenamtlicher Rettungsschwimmer zu sein, ist für viele eine Lebensaufgabe. Kreisleiter Tim Buchholz heißt neue Mitstreiter daher immer willkommen. "Wir können jede helfende Hand brauchen", sagt Bläß.

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