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Schwerin : Lebensmittelkonzern Nestlé baut neues Werk

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Es wird die größte Investition von Nestlé in Europa in diesem Jahr: Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé baut in Schwerin ein neues Werk. Dort sollen unter anderem Kapseln für Kaffeemaschinen hergestellt werden.

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2012 | 12:56 Uhr

Vor zehn Jahren platze für Schwerin der Traum von einer BMW-Ansiedlung. Mit Nestlé, dem weltweit größten Lebensmittelkonzern, steht nun ein Großinvestor in den Startlöchern. Er will dort Kapazitäten schaffen für "eine seiner erfolgreichsten Innovationen"

Es wird die größte Investition von Nestlé in Europa in diesem Jahr: Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé baut in Schwerin ein neues Werk, bestätigte Unternehmenssprecher Alexander Antonoff am Freitag der dpa. Dem Vernehmen nach fließt ein dreistelliger Millionenbetrag in den Bau der neuen Produktionsstätte. Medienberichten zufolge sollen dort unter anderem Kapseln für Kaffeemaschinen hergestellt werden.

Wie Konzernchef Paul Bulcke erst am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz mitteilte, haben sich im Jahr 2011 Getränke, allen voran die Kaffeesparte Nespresso, als erfolgreichste Nestlé-Produkte erwiesen. Sie bescherten dem Konzern bei einem Plus von 20 Prozent allein einen Umsatz von mehr als 3 Milliarden Franken (2,5 Milliarden Euro). Der Markt mit den Kaffee-Kapseln der Nestlé-Tochter Nespresso wächst seit Jahren.

In Schwerin werde Nestlé "für eine seiner erfolgreichsten Innovationen" Produktionskapazitäten für den europäischen Markt schaffen, hieß es in der am Freitag verbreiteten Mitteilung. Weder Nestlé, noch die Stadtverwaltung wollten aber am Freitag weitere Angaben zu der Großinvestition machen. Sie verwiesen auf eine für den nächsten Freitag geplante Pressekonferenz in Schwerin, auf der das Projekt vorgestellt werden soll. Dazu werden unter anderem Nestlé-Europachef Laurent Freixe, Nestlé Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge sowie Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering erwartet.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der auch teilnehmen wird, begrüßte die Entscheidung aber schon als Werbung für den Investitionsstandort Mecklenburg-Vorpommern. "Es entstehen Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, sie werden im Land dringend benötigt. Folgeinvestitionen sind bei einer solchen Ansiedlung nicht ausgeschlossen", äußerte sich der Minister hoffnungsvoll. Seiner Einschätzung nach ist die Ernährungsindustrie in Mecklenburg- Vorpommern schon jetzt ein Schwergewicht. Konzerne wie Kühne (Hagenow), und Dr. Oetker (Wittenburg) und Pfanni (Stavenhagen) haben bereits Werke im Land.

Das neue Nestlé-Werk wird vor den Toren Schwerins, im 350 Hektar großen Gewerbegebiet Göhrener Tannen, entstehen. Der Industriepark war auf einem früheren Militärareal für rund 6,6 Millionen Euro eingerichtet worden. Ursprünglich sollte BWM für eine Ansiedlung dort gewonnen werden. Die Münchner Autobauer entschieden sich 2001 aber für Leipzig. Der Airbus-Zulieferer FlammAerotec (Aachen) war dann das erste Unternehmen, das im Gewerbegebiet Göhrener Tannen die Produktin aufnahm. Von Nestlé erhofft sich die an Industriebetrieben arme Landeshauptstadt nun mehrere hundert neue Arbeitsplätze.

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