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Lautstarke Powerboote nerven Gäste

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erstellt am 12.Aug.2010 | 06:29 Uhr

Warnemünde | Immer wieder fühlen sich Strandbesucher, Touristen und Anwohner durch den Lärm so genannter Speedboote, die in der Ostsee vor Warnemünde, Hohe Düne und Markgrafenheide unterwegs sind, belästigt. Das Dröhnen der Motoren ohne Schalldämpfer und ein Auspuff, der über der Wasserlinie liegt, machen den Urlaub zum Albtraum.

Entsprechende Beschwerden sind im Hafen- und Seemannsamt bei Hafenkapitän Gisbert Ruhnke eingegangen. Die ersten Eingaben richteten sich gegen Rennboote im Alten Strom, die nach Aussage von Anwohnern für derartigen Lärm sorgten, dass sich vor allem Feriengäste in ihrer Ruhe gestört fühlten. "Wir haben reagiert und den Besitzern dieser Powerboats bereits im vergangenen Jahr die Liegeplätze gekündigt. Damit haben wir das Problem aber nicht insgesamt, sprich nicht für den Bereich der Ostsee genau vor unserer Haustür, gelöst", sagt Ruhnke, der sich inzwischen an die zuständige Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord des Bundes in Kiel um Hilfe gewendet hat. Wie der Rostocker Hafenkapitän erfahren musste, gibt es hinsichtlich der Sportbootfahrt wenig Handhabe. "Auf See sind per Gesetz alle gleich gestellt. Wer auf einen Führerschein und ein zugelassenes Boot verweisen kann, darf auf dem Wasser unterwegs sein."

Dennoch haben anderswo Bürger Einschränkungen durchgesetzt. So dürfen besonders laute Sportfahrzeuge und Wassermotorräder die Neustädter Bucht seit April vergangenen Jahres nicht mehr befahren. Auf Grund intensiver Beschwerden hat die Direktion eine entsprechende Verordnung in Übereinstimmung mit den europäischen Vorgaben erlassen. Danach ist es Fahrzeugen, die einen höchstmöglichen Schalldruckpegel von 75 Dezibel erreichen, in der Neustädter Bucht verboten, in einem festgelegten Bereich unterwegs zu sein. "Wir hoffen auf eine ähnliche Verordnung für unser Gebiet", sagt Ruhnke, der dieses bereits definiert und bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion eingereicht hat. Es betrifft den Bereich östlich der Mole Warnemünde bis Markgrafenheide sowie von der Warnemünder Westmole bis nach Diedrichshagen. Über diesen gesamten Streifen und in einem Abstand zur Küste von rund zwei Meilen sollen sich lautstarke Powerboote, die teils schon unterhalb von 15 km/h Lärmwerte von bis zu 65 Dezibel erreichen, künftig nicht mehr bewegen dürfen.

"Allerdings muss man auch abwägen, schließlich leben wir nicht mehr in Zeiten, wo es nur Segelschiffe gibt. Wir haben heute eine Vielzahl moderner Boote", sagt Ruhnke, der mit Speedboot-Fahrern Gespräche geführt hat. "Verbote allein bringen nichts. Deshalb habe ich Besitzer von Powerboats, die im Hafen Hohe Düne Liegeplätze haben, gebeten, doch etwas weiter raus auf die See zu fahren", sagt der Hafenmeister.

Bis Ende September soll er alle Beschwerden, die auf seinen Schreibtisch gelandet sind, in Kiel vorlegen. "Wir müssen den Nachweis erbringen, dass Anwohner und Touristen tatsächlich mit unzumutbaren Lärm durch diese Fahrzeuge konfrontiert werden. Angaben wie Datum, Uhrzeit, wenn möglich Bootsname, sind da sehr hilfreich", sagt der ehemalige Fahrensmann. Sollte die Behörde eine Verordnung erlassen, dann werden die Gebietsverbote in den nautischen Nachrichten und in Seekarten veröffentlicht sowie von der Polizei kontrolliert.

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