Lastwagen stürzt von Autobahnbrücke auf IC-Bahnstrecke

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03. Dezember 2008, 05:37 Uhr

Pasewalk/Neubrandenburg - Ein Sattelschlepper ist am Mittwochmorgen von einer Autobahnbrücke der A20 bei Pasewalk (Landkreis Uecker-Randow) zehn Meter in die Tiefe auf eine IC- Bahnstrecke gestürzt. Wie durch ein Wunder erlitt der 41-jährige Lkw-Fahrer aus Bulgarien nur leichte Verletzungen. Er wurde zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht. „Er hat sein Weihnachtsgeschenk heute erhalten“, sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Neubrandenburg, Madeleine Camin. Unfallursache war vermutlich Straßenglätte. Bei Glätteunfällen wurden am Mittwochmorgen in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt elf Menschen verletzt.

Der Sachschaden beim Unfall auf der A20 wird von der Polizei auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Nach ersten Erkenntnissen war ein Kleintransporter kurz vor 7.00 Uhr auf der Überholspur der Autobahn ins Schleudern gekommen und gegen den Sattelschlepper geprallt, der das Brückengeländer durchbrach und in die Tiefe krachte. Der Fahrer konnte sich nach dem Sturz selbst aus dem Fahrerhaus des unbeladenen Lastwagens befreien. Der Fahrer und der Beifahrer des Transporters wurden ebenfalls leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Bergungs- und Aufräumarbeiten an der Ueckertalbrücke gestalteten sich schwierig und zogen sich bis in den Abend hin. Mit einem Kran wurde am späten Nachmittag der Sattelschlepper von den Schienen gehoben. Er hatte bei seinem Sturz auf einen Schienenstrang der zweigleisigen Strecke die Oberleitungen auf einer Länge von 800 Metern zerstört. Der Schaden für die Bahn gehe in die Tausende, könne derzeit noch nicht genauer beziffert werden, sagte Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Auf der Autobahnbrücke müssen nach Polizeiangaben in den nächsten Tagen rund 100 Meter Brückengeländer erneuert werden. Provisorische Betonteile ersetzen zunächst das zerstörte Geländer.

Der Unfall führte zu erheblichen Verkehrseinschränkungen. Die IC-Linie 51 Düsseldorf-Stralsund endete bis zum Ende der Aufräumarbeiten in Prenzlau. Auf dem Abschnitt zwischen Prenzlau und Stralsund verkehrten Busse. Die Bahn hoffte, nach der Reparatur der Oberleitungen noch am Abend das erste Gleis freigeben zu können. Das zweite Gleis soll voraussichtlich am Donnerstag wieder befahrbar sein. Der Autobahnabschnitt zwischen den Anschlussstellen Pasewalk Nord und Pasewalk Süd sollte bis zum den Abend in Richtung Berlin gesperrt sein.

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