Lange Nacht der Museen: Alles drehte sich um Zeit

Im Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften informiert Jutta Fischer, die Kustodin der Sammlung, die Besucher über das Institut und seine Schätze. Foto: Georg Scharnweber
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Im Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften informiert Jutta Fischer, die Kustodin der Sammlung, die Besucher über das Institut und seine Schätze. Foto: Georg Scharnweber

Alles drehte sich bei der dritten langen Nacht der Museen um das Thema Zeit: 16 Museen, Kirchen, Gedenkstätten und Einrichtungen der Universität öffneten am Sonnabend ihre Pforten, um Rostocks Schätze zu zeigen.

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27. Oktober 2008, 07:38 Uhr

Rostock - Die lange Nacht der Museen ist seit 2005 Tradition in der Hansestadt. Unter dem Motto „Mehr Zeit für Rostocks Schätze“ konnten Besucher in diesem Jahr von 18 bis 1 Uhr verschiedene Sammlungen bestaunen, Live-Musik hören, Führungen mitmachen oder Ausstellungen und Vorträge besuchen.

Besonders Kinder verfielen ins Staunen, als sie zum ersten Mal die astronomische Uhr in der Rostocker St. Marienkirche zu Gesicht bekamen. So auch die zwölfjährige Josephine Luckmann aus Schwaan, die in den Ferien zu Besuch in Rostock ist.

Doch auch ältere Besucher haben die Möglichkeit genutzt und sich die mechanische Uhr aus dem 15. Jahrhundert angesehen. Helene-Barbara Schroeder vom Stadtführerverein erklärte den interessierten Besuchern die komplexe Funktionsweise.

Tierarten, die man nicht einmal im Zoo zu sehen bekommt, konnten am Sonnabend in der Zoologischen Sammlung bestaunt werden. Zwar sind diese ausgestopft und bis zu 230 Jahre alt, jedoch tat das der Begeisterung der Betrachter keinen Abbruch.

Fotografie im altertümlichen Stil
Im Kloster zum Heiligen Kreuz kamen innerhalb der ersten Stunde allein 185 Besucher. Mitarbeiterin Birgitt Duwe war das zweite Mal bei der langen Nacht der Museen dabei – und am Sonnabend für die Statistik zuständig. „Obwohl wir arbeiten müssen, versuchen wir, auch von den anderen Ausstellungen und Vorträgen etwas mitzubekommen“, sagt Duwe. Speziell für die Kinder hatte das Kulturhistorische Museum ein Programm vorbereitet, mit Lampionumzug und einem Theaterstück für die Kleinsten.

Die Rostocker Kunsthalle war ebenfalls eine Station bei der langen Nacht der Museen. Drei Künstler, die in der Endausscheidung um den Rostocker Kunstpreis für das Genre freie Grafik stehen, beantworteten die Fragen der Interessierten. Beim Betrachten der jeweiligen Kunstwerke wurden die Besucher auf eine kleine musikalische Zeitreise mitgenommen.

Ungewöhnliche Tanzeinlage in der Stasi-Gedenkstätte
Die Dokumentations- und Gedenkstätte der BDtU ist für spartanisch eingerichtete Räume, vergitterte Fenster und einen kleinen Innenhof bekannt. Am Sonnabend jedoch wurden die kalten Räume der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt mit Hip-Hop-Musik und Breakdance-Einlagen erfüllt.

Die beiden 21 Jahre alten Tänzer Enrico Polack und Björn Kotterba hatten überraschend den Auftritt über eine Bekannte vermittelt bekommen. Bis auf den letzten Platz war der Raum gefüllt, in dem die beiden jungen Männer ihre akrobatischen Schritte zeigten. Die Aufführung stand in einem Zusammenhang – denn zuvor konnten die Besucher eine Sonderausstellung und einen Vortrag zum Thema Hip Hop in der DDR besuchen.

Auch im nächsten Jahr werden Museen, Gedenkstätten, Kirchen und Einrichtungen der Universität wieder ihre Türen öffnen, um – dann mit einem neuen Motto – die Rostocker Kultur in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken.

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