Lange Leitung für Abwasser

Andreas Klein möchte gern die lange Abwasser-Leitung zu seinem Haus allein verlegen, um Geld zu sparen. Der Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband lehnt dies ab. Foto: Frank Pubantz
Andreas Klein möchte gern die lange Abwasser-Leitung zu seinem Haus allein verlegen, um Geld zu sparen. Der Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband lehnt dies ab. Foto: Frank Pubantz

Mit 7000 bis 8000 Euro Kosten für den Anschluss an das Abwassernetz rechnet der Moisaller Andreas Klein. Gegen den Anschluss hat er nichts, möchte aber Geld sparen und teure Leistungen selbst erledigen. Das darf er laut WAZ allerdings nicht.

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17. Juli 2008, 07:56 Uhr

Mosaill - Ein riesiges Grundstück hat Andreas Klein aus Moisall. 3600 Quadratmeter, direkt neben dem Gutshaus, nach hinten abschüssig mit Blick ins Grüne. Ein Ort zum Wohlfühlen. Nun hat der Fluch des großen Grundstücks den Moisaller ereilt. Das kleine Dorf wird an das zentrale Abwassernetz angeschlossen; Klein muss dafür viel Geld einplanen – insgesamt 7000 bis 8000 Euro mit allem Drum und Dran, schätzt er. „Grundsätzlich habe ich nichts gegen den Anschluss“, sagt er. Dennoch will der kräftige Mann Geld sparen, möglichst viele Arbeiten in Eigenleistung erbringen. Deshalb liegt er jetzt mit dem Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband (WAZ) im Clinch.

62 Meter Leitung nötig
Das Problem: Andreas Kleins Haus steht weit hinten auf dem Gelände. Genau 62 Meter Druckleitung müssen auf dem Areal verlegt werden, habe die Firma Eurawasser ermittelt – vom Zaun in die Tiefe, am Haus vorbei, in einem Bogen dann schließlich hinten ans Gemäuer. Rund 30 Euro pro Meter soll Klein der Firma Eurawasser inklusive Erdarbeiten dafür zahlen – so steht es im Vertrag. Das Buddeln übernimmt der Moisaller selbst, der WAZ habe zugestimmt. Ersparnis: über 850 Euro. Doch auch die Leitung wolle er in eigener Regie verlegen. Er habe sich informiert: Im Baumarkt sei das genormte Rohr für unter drei Euro zu haben, Eurawasser will dagegen 16,78 je Meter kassieren. „Wofür?“, fragt Andreas Klein. „Die legen doch die Leitung auch nur rein.“

„Ich möchte das allein machen“, stellt der Moisaller fest. Seine Rechnung: Er könnte weitere rund 800 Euro sparen. Das habe er der Firma auch erklärt. Doch: „Die sind strikt dagegen.“ Begründung: Wenn der Grundstückseigner es selber machen würde, gäbe es ein Problem mit der Garantieleistung.
Andreas Klein versteht das nicht: „Das ist doch dann meine Leitung.“ Er würde schon dafür sorgen, dass alles korrekt ist.

„Das muss eine Fachfirma machen“, erklärt Dr. Uwe Heinze, Vorsteher des WAZ, der die Firma Eurawasser beauftragt. Zwar glaubten viele, dass sie das auch erledigen könnten, aber: „Es kann nicht jeder eine Druckleitung verlegen“, so Heinze. Der Verbandsvorsteher will sich noch um eine ausführliche Antwort zum Fall bemühen.

Das Innenministerium stärkt die Position des WAZ: Der Verband – zu dem auch Bernitt mit dem Ortsteil Moisall gehört – habe Regelungen getroffen: „Das ist in entsprechenden Satzungen beschlossen“, sagt Sprecherin Marion Schlender. Botschaft: Sache des WAZ.

Andreas Klein ärgert das. Er hat ein Auge auf die Kosten. Was ihn auch wurmt: „Was hat Abwasser mit der Grundstücksgröße zu tun?“ Warum werde nicht der wirkliche Verbrauch berechnet. Ein Thema, das viele viele Menschen in der Region bewegt. Der WAZ verwies hier stets auf seine Satzungen.

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