zur Navigation springen

Techentin: Hofstelle mit integrierter Biogas-Anlage : Landwirte setzen auf "Grüne Energie"

vom

Zwischen Techentin, Glaisin, Göhlen und der B 5 will die Agrarprodukte Göhlen e. G. nicht nur eine neue Hofstelle errichten, sondern auch gleich eine Biogasanlage integrieren.

svz.de von
erstellt am 15.Jun.2011 | 11:39 Uhr

Zwischen Techentin, Glaisin, Göhlen und der B 5 will die Agrarprodukte Göhlen e. G. nicht nur eine neue Hofstelle errichten, sondern auch gleich eine Biogasanlage integrieren.

"Fast 100 Prozent der Energie wird verwertet. Etwa 40 Prozent als Strom und über 50 Prozent als Wärme", berichtet Wilhard Friel. Der 54-Jährige beaufsichtigt derzeit als technischer Leiter nicht nur den Bau, sondern nach Fertigstellung, noch vor Weihnachten, auch zusammen mit Anlagenfahrer Gino Täufert die Biogasanlage mit dem Sateliten-Blockkraftheizwerk. Die elektrische Leistung beträgt etwa 500 Kilowatt. Davon werden 150 Kw direkt vor Ort produziert und 350 Kw bei den Stadtwerken Ludwigslust-Grabow GmbH. "Wichtig war uns ein verlässlicher Partner, einer, der uns 100 Prozent der Wärme auch im Sommer abnimmt", ergänzt Täufert. Zwei Jahre Planung sind dem Projekt vorausgegangen, das etwa 3,5 Millionen Euro kosten wird. Gefördert werden davon etwa zehn Prozent aus der öffentlichen Hand.

"Grüne Energie" sei besonders umweltfreundlich, betont Geschäftsführer Steffen Wegewitz. "Für uns ist die Biogasanlage nicht nur ein weiteres Standbein im Unternehmen, sondern auch eine wichtige Investition in die Zukunft." Denn seine 450 Kühe im Agrarbetrieb in Glaisin sind wichtige Nutztiere. Sie geben nicht nur Milch, ihre Haltung ist auch ein großer Beitrag zur Pflege der Wiesen und Weiden. Aber sie leisten noch viel mehr. Die Gülle, die sie sechs Kilometer von der Hofstelle produzieren, kann als Substrat in Biogasanlagen eingesetzt und damit zur Stromgewinnung genutzt werden. Die Gärreste werden auf den Äckern der Göhlener Agrarerzeuger als Dünger verwendet. Eine Kuh produziert täglich etwa 80 Liter Gülle mit etwa fünf Kilogramm organischer Trockensubstanz. In einer Biogasanlage kann man diese Menge Gülle in rund 8,3 Kilowattstunden (kWh) umwandeln. Im Jahr 2009 konnten mit den in Deutschland bereits heute tätigen 4500 Biogasanlagen umgerechnet 3,8 Millionen Haushalte für ein Jahr mit Strom versorgt werden. Dass die Logistik wie Strom, Wasser und Telefon auf dem freien Feld erstellt werden muss, schreckt die Landwirte nicht. "Das gehört nun mal dazu, wenn eine neue Hofstelle aus dem Boden gestampft wird", sagt Wilhard Friel. Eine Geruchsbelästigung durch die geschlossene Biogasanlage werde es nicht geben, ist der Glaisiner überzeugt. "Da wir fern jeder menschlichen Siedlung liegen, werden die Gülle-Fahrzeuge wohl auch kein Problem darstellen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen