zur Navigation springen

Großkreis Parchim/Ludwigslust : Landräte: Bürger sollen mitmischen

vom

Mehr Mitsprache für Bürger im neuen Großkreis Parchim/Ludwigslust wünscht sich Landrat Christiansen und Iredi. Sie forderten bei einer Gedenkfeier im kleinen Ruchow mehr Einsatz für die Demokratie.

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2011 | 10:20 Uhr

Mehr Mitsprache für Bürger im neuen Großkreis Parchim/Ludwigslust wünscht sich Rolf Christiansen. Der Landrat aus Ludwigslust und sein Amtskollege Klaus-Jürgen Iredi (Parchim) forderten bei einer Gedenkfeier im kleinen Ruchow von allen Menschen mehr Einsatz für die Demokratie. Dort, neben der Kirche, liegt Ludwig Reinhard (1805 bis 1877) begraben. Ein Mann, der die Regionen des neuen Großkreises verbinde; als Lehrer in Ludwigslust, Rektor in Boizenburg, gestorben in Bolz. Politischer Autor, Journalist, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 - ein Demokrat, der Menschen noch heute den Weg weise, ist Pastor Siegfried Rau überzeugt.

Die Demokratie braucht Mut, sogar einen Mut-mach-Tag. Zu diesem laden Rau und Mustins Bürgermeister Bertholt Löbel seit einigen Jahren am Geburtstag Ludwig Reinhards ein. 25 "Freunde der Demokratie" (Rau) sitzen in den Kirchenbänken, 25 000 zeitgleich im Stadion beim FC Hansa Rostock. Ja, es gebe Sorge um die Demokratie, betonen die Landräte. Iredi blickt zurück, wie schwer das Pflänzlein zu wachsen begann, eine Form des Zusammenlebens, die für Freiheit, Menschenwürde und Chancengleichheit aller stehe. Er bedauere, dass mancher sich heute viel zu wenig einbringe, persönliches Befinden odt in den Vordergrund rücke. "Die Deutschen tun sich mit der Demokratie am schwersten", so Iredi. Sie fange "an der Basis an, in den Dörfern und Städten". Jeden Tag müsse sie neu erkämpft werden, sagt Christiansen. Desinteresse und Unzufriedenheit bereiteten leider auch Parteien den Weg, die nicht auf dem Boden der Verfassung stehen. Sein Landkreis verleihe seit 1998 einen Ludwig-Reinhard-Kulturpreis an engagierte Menschen. Das sollte auch im Großkreis ein Baustein bleiben. "Ich möchte, dass Verwaltung und Politik unkonventionelle Wege für Bürgerbeteiligung gehen", sagt der Mann, der nach dem 4. September gern weiter Landrat wäre. Stuttgart 21 und und die Proteste gegen die Nutzung der Atomkraft zeigten, dass das Volk mitreden wolle. Der neue Kreistag sollte seine Diskussionen öffnen, "wertvolles Engagement der Bürger einbinden".

Pastor Siegfried Rau schrieb das Wort Demokratie in seiner Einladung klein. "Kein Schreibfehler", beteuert er. Dieses Wort sollte "kein Dingwort", nichts Statisches sein - vielmehr Tätigkeit, "eine Sache, die gelebt wird". Das bedeute Einsatz für die Enwicklung der Gesellschaft. Es sei nicht damit getan, "nur unsere Wut voranzutragen". Rau: "Ich bin traurig darüber, dass wir die Haltung, Vater Staat wirds schon richten, als deutsches Volk verinnerlicht haben." Für das Wahljahr wünsche er sich mehr Mut - auch Rückbesinnung auf die Taten Ludwig Reinhards. "Man kann viel lernen von der Generation der 48-er."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen