Landkreise mit Jobchancen

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16. Dezember 2008, 07:30 Uhr

Schwerin - Sie gehören zu den attraktivsten Regionen Deutschlands und können es mit Wachstumsstandorten wie München, Hamburg oder Köln-Bonn, aber auch Leipzig, Dresden, Jena und Potsdam aufnehmen: Die Landkreise Bad Doberan und Rügen können in den kommenden zehn Jahren mit einem Wachstum der Erwerbstätigen von mehr als zehn Prozent rechnen. Damit gehören sie einen gestern vorgestellten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWS) und des Hamburgischen WeltWirtschaftsinstituts (HWWI) zufolge zu den Leuchtturmregionen. Rügen profitiere vor allem vom Tourismus, Bad Doberan von der Wachstumsregion Rostock, sagte PWC-Manager Thorsten Stegh.

In den kommenden zehn Jahren würden vor allem die Regionen profitieren, die „überdurchschnittlich viele hochqualifizierte Arbeitskräfte anziehen“, meinen die Experten und fordern einen Kurswechsel in der Förderpolitik: Unis statt Umgehungsstraßen. „Städte und Kreise müssen sich heute auf die Anforderungen hochqualifizierter Arbeitnehmer und Führungskräfte von morgen einstellen“, meinte PWC-Partner Alfred Höhn. Hightech-Unternehmen achteten nicht mehr nur auf niedrige Steuersätze und gut erschlossene Gewerbegebiete, sondern auch auf die Attraktivität der Standorte für das benötigte hochqualifizierte Personal. „Damit gewinnen weiche Faktoren wie die Qualität der Schulen, das kulturelle Angebot und die allgemeine Lebensqualität vor Ort erheblich an Bedeutung“, meinte Höhn und plädierte für eine wissensorientierte Standortpolitik. „Es geht um die besten Köpfe für eine Region“, meinte Stegh. Dabei spiele auch die Bezahlung von Leistungsträgern eine Rolle.

Ohne Kursänderung würden der Untersuchung zufolge in 99 der 429 deutschen Kreise und kreisfreien Städte die Beschäftigtenzahlen zum Teil deutlich zurückgehen, darunter in Parchim, Güstrow, Demmin, Mecklenburg-Strelitz und Uecker-Randow. Es drohe ein deutlicher Rückgang der Erwerbstätigkeit, wenn nicht gezielt in die Bildungsinfrastruktur investiert und Anreize zur Ansiedlung wissensintensiver Branchen geschaffen würden, meinen die Experten.

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) zufolge ziele die geänderte Förderpraxis in MV z. B. bei der Verbundforschung bereits in die richtige Richtung. Das Land orientiere auf wissensbasierte Arbeitsplätze in der heimischen Wirtschaft und in der Forschung.

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