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Gemeinde Blankenberg hofft auf baldige Fortsetzung : Landkreis stoppt Pflegeschnitt

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Mitten in ihren Pflegearbeiten an Bäumen in der Dorfstraße in Blankenberg hatte die Fachfirma lezte Woche ihre Arbeit einstellen müssen. "Ja, es gibt einen Stopp", erklärt Bürgermeister Davids.

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2011 | 11:00 Uhr

Mitten in ihren Pflegearbeiten an Bäumen in der Dorfstraße in Blankenberg hatte die beauftragte Fachfirma in der vergangenen Woche ihre Arbeit einstellen müssen.

"Ja, es gibt einen Maßnahmestopp", erklärt Bürgermeister Peter Davids auf SVZ-Anfrage. Eigentlich habe er gehofft, dass durch die Pflegemaßnahmen die Gemeinde ein großes Problem vom Tisch bekomme. Doch sie wird eines Besseren belehrt.

Ein Ahorn, eine Rosskastanie und besonders Linden säumen die Dorfstraße und den Parkplatzbereich in Blankenberg. Immer wieder hatten Anwohner in den vergangenen Monaten Bürgermeister Peter Davids auf den schlechten Pflegezustand aufmerksam gemacht. Handlungsbedarf sah auch die Gemeinde. "Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben", sagt Davids.

Um richtig zu entscheiden, hatte das Dorfparlament Anfang des vergangenen Jahres unter anderem ein Sichtprotokoll durch ein Fachbüro für Baumgutachten und Baumbewertung erstellen lassen und sich ausführlich mit einer Baumgutachterin beraten. Im April 2010 folgte ein Beschluss: ein Erziehungsschnitt für die Jungbäume, ein

radikaler für die Altbäume (Linden). Die Gemeindevertreter waren damit der Empfehlung der Baumgutachterin gefolgt. So würde sich bei den Linden nicht nur der nachfolgende Pflegeaufwand verringern, sondern die Lebenserwartung auf 50 Jahre und mehr verlängern lassen, wurde begründet. Gleichzeitig würden damit die ursprüngliche Kopf-Baum-Form der Linden und der

alleeähnliche Charakter in der Straße wieder hergestellt (SVZ berichtete). Über das Amt in Sternberg hatte die

Gemeinde auch einen Fördermittel antrag an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Parchim gestellt und nach Ablehnung ein zweites Mal darum geworben. Erneut ohne Erfolg.

"Es geht um die Verkehrssicherheit und um den Erhalt der Bäume", begründet Davids den Schritt der Gemeinde, nicht länger auf Fördermittel warten zu wollen. Die Maßnahme wird ausgeschrieben, der Zuschlag erteilt.

Der jetzige Stopp der Arbeiten beschäftigt die Gemeindevertreter auch auf ihrer Sitzung vorgestern Abend. Ein Anwohner habe sich an den Bund für Umwelt und Naturschutz e. V. (BUND) gewandt, dass in der Dorfstraße Großbäumen nichts Gutes getan werde. Daraufhin habe es telefonisch einen Maßnahmestopp gegeben, informiert Christine Bouvier aus der Sternberger Verwaltung.

Nach einem Ortstermin zum Ende vergangener Woche mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Parchim habe man gehofft, dass weiter gearbeitet werden könne, sagt der Bürgermeister. Zu hören ist Dienstagabend auf der Sitzung auch, dass die Baumgutachterin in einem neuen, an die 100 Seiten starken Gutachten jetzt jeden einzelnen Baum vom Hubwagen aus begutachtet habe. Fast alle Bäume seien ausgehöhlt, erklärt Bouvier.

Unverständnis über die Situation in der Dorfstraße gibt es bei den Gemeindevertretern wie den Bürgern, die als Zuhörer zur Sitzung gekommen sind. "Es gibt viel Diskussion im Dorf", erklärt der Bürgermeister. Die Pflegemaßnahme habe sehr gut funktioniert, der Fachfirma sei von der Baumgutachterin eine sehr gute Arbeit bescheinigt worden, ist zu hören. "Wir haben beantragt, dass die Pflegemaßnahme kurzfristig fortgesetzt werden kann und dies dann auch in der am 1. März begonnenen Schutzzeit", erklärt Peter Davids.

Auf SVZ-Anfrage zur Problematik in Blankenberg beim Landkreis Parchim heißt es von Pressesprecherin Marita Hertel: "Nach Rücksprache im Umweltamt kann ich Ihnen mitteilen, dass der Landkreis aufgrund eines laufenden Verfahrens noch keine Auskunft zu

Ihrer Anfrage betreffs des Maßnahme stopps in Blankenberg geben kann. Das Umweltamt ist mit der Prüfung befasst. Entsprechende Unterlagen, wie ein Gutachten, liegen vom zuständigen Amt derzeit noch nicht vor."

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