Landkreis Güstrow mit Kaufkraft im Keller

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15. April 2010, 08:44 Uhr

Güstrow | Geringe Kaufkraft im Landkreis: Rein rechnerisch hatte jeder Einwohner im vergangenen Jahr 14 692 Euro zur Verfügung. Das entspricht einem Indexwert von 77,5 Prozent. Damit rangiert Güstrow im Vergleich zu den anderen Landkreisen und kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern auf dem fünftletzten Platz, hinter dem Landkreis Mecklenburg-Strelitz. Hier betrug die Kaufkraft pro Einwohner 14 990 Euro. Die rote Laterne im Land trägt jedoch das Gebiet Uecker-Randow. Hier hatten die Einwohner durchschnittlich nur 13 730 Euro zur Verfügung. Wesentlich mehr Geld konnten die Schweriner 2009 ausgeben. Hier konnten sich die Menschen für 16 888 Euro etwas leisten.

Auch im Bundesvergleich liegt unser Land nicht auf den vorderen Rängen. Nach Informationen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwerin hatte jeder Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern im Vorjahr nur etwa 82 Prozent vom Bundesdurchschnitt für den Konsum zur Verfügung. Bayern (108,6) oder Hessen (107,8) liegen an der Spitze des aktuellen Kaufkraft-Vergleiches.

In Zahlen: Während jeder Mecklenburger pro Jahr 15 552 Euro im Portmonee zur freien Verfügung hatte, waren es in Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen für jede Frau und jeden Mann mehr als 20 000. Nur Sachsen-Anhaltiner (15 548) können noch weniger Euro als Mecklenburg-Vorpommerer ausgeben.

"Die Zahl für MV ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen", erklärte gestern Dorothee Crayen von der IHK Schwerin. Die Kaufkraft spiegele "die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung bezogen auf den Wohnort" wider. Enthalten seien Kapitaleinkünfte, Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten. Von der errechneten Kaufkraft-Summe seien u.a. auch Mieten, private Altersvorsorge oder Versicherungen zu bestreiten. So verfügten laut IHK im Vorjahr alle Einwohner von Güstrow über 78 Prozent des Geldes, das deutschlandweit ausgegeben werden konnte: 14 847 Euro je Einwohner. In Bützow sieht der Wert wesentlich besser aus. Hier hatte 2009 jeder Bürger 16 473 Euro zur Verfügung. Fast genauso gut ging es der Gemeinde Zepelin: 16 075 Euro konnte hier rein rechnerisch jeder Bürger ausgeben. Getoppt wird dieser Wert nur von der Gemeinde Klein Upahl. Mit einem Indexwert von 127,6 liegt die Kaufkraft hier um ein Drittel höher als in Deutschland. Jeder Einwohner hatte - statistisch gesehen - in den vergangenen Monaten 24 180 Euro im Portmonee.

Mit nur 10 739 Euro Kaufkraft pro Person bildet Schwasdorf in der Nähe von Teterow das absolute Schlusslicht. Nur noch in der Gemeinde Hohen Pritz (56) aus dem Landkreis Parchim und in Klein Vielen (56,2) im Landkreis Müritz ist der Index niedriger.

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