Landes-Milchrekord geknackt

Dagmar Zimmermann aus Heiddorf ist Melkerin und Kälberpflegerin in dem Unternehmen und sorgt mit dafür, dass sich die Vierbeiner von klein auf  wohlfühlen.
Dagmar Zimmermann aus Heiddorf ist Melkerin und Kälberpflegerin in dem Unternehmen und sorgt mit dafür, dass sich die Vierbeiner von klein auf wohlfühlen.

Offensichtlich macht Milch nicht nur müde Männer munter, sondern sorgt auch bei einigen Produzenten in unserer Region für ausgeschlafene Köpfchen. So bekamen es jetzt die Neu- Kalisser Milchbauern schwarz auf weiß: Jede ihrer 398 Kühe im Stall gibt dank eines ausgefeilten Betriebssystems im Jahresdurchschnitt 11 042 Liter. Der Landesdurchschnitt liegt "nur" bei 8749 Litern.

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13. Dezember 2008, 06:33 Uhr

"Bei uns haben es die Kälbchen, die einmal zu prächtigen Milchkühen heranwachsen werden, richtig gut. Ich kuschele auch schon mal mit ihnen, streichle sie viel und sorge dafür, dass sie sich wohl fühlen", verrät Dagmar Zimmermann, Melkerin und Kälberpflegerin in der MFM Agrargenossenschaft e. G. Neu Kaliß. Die 38-Jährige gehört seit elf Jahren dem Unternehmen an. "Pro Jahr gehen etwa 400 Kälbchen durch meine Hände", erzählt die Heiddorferin stolz. Denn sie und ihre Kollegen bekamen es jetzt schwarz auf weiß: Jede ihrer 398 Kühe gibt dank eines ausgefeilten Betriebssystems im Jahresdurchschnitt 11 042 Liter. Der Landesdurchschnitt liegt "nur" bei 8749 Litern.

Herausgefunden und bestätigt hat den Rekord der Milchkontrollverein Ludwigslust. "Ich habe in den 20 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit noch nie so ein hervorragendes Ergebnis gesehen", staunt Petra Pitzschel, ihres Zeichens Leistungsinspektor des Milchkontrollvereins. Zusammen mit den Neu- Kalisser Milchbauern stößt sie mit einem Gläschen Sekt auf die supertollen Zahlen an.

Dass dieses Ergebnis jedoch nicht von ungefähr kommt, sondern der Lohn für echt harte Arbeit und ein ausgefeiltes Betriebssystem ist, erklärt Betriebsleiter Otto Kirchner gern gegenüber SVZ.

"Futter, Pflege, Haltungsbedingungen, die Kondition der Tiere und das genetische Potenzial sind unter anderem alles Faktoren, die die tägliche Milchleistung beeinflussen. Wenn die Tiere sich nicht wohlfühlen oder nur Stress haben, ist die Menge eher bescheiden", sagt der 58-Jährige, der dem Betrieb schon seit 13 Jahren vorsteht. "Genetisch bedingt ist es sogar möglich, dass Einzeltiere bereits bis zu 16 000 Liter Milch pro Jahr liefern können", berichtet der Diplom-Agrarwirt weiter.

133 Milchproduktionsbetriebe, davon sieben im Nebenerwerb, stehen im Kampf um die beste Milchqualität im Landkreis Ludwigslust. Insgesamt produzierten die Bauern 2007 hier mehr Milch als im Jahr zuvor, nämlich etwa 180 000 Tonnen. Wie viele Kilogramm jede Kuh im Schnitt lieferte, berechnet das Statistische Landesamt seit einigen Jahren auf Kreisebene leider nicht mehr. Auch der durchschnittliche Kuhbestand wird nur noch auf Landesebene fürs Jahr ausgewiesen. "Pro Kuh wurden im Durchschnitt 7800 Kilo pro Jahr angeliefert", weiß jedoch Harald Elgeti, Geschäftsführer beim Kreisbauernverband.

In MeckPomm insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1,409 Millionen Tonnen Milch produziert. Gegenüber dem Vorjahr war das eine Steigerung um 2,8 Prozent.

Auch die Milchleistung je Kuh stieg um 2,7 Prozent auf bisher nie erreichte 8749 Kilo im Landesdurchschnitt. Grundlage dafür war ein Bestand von rund 171 600 Milchkühen. Damit setzte sich der in den Vorjahren verzeichnete Rückgang des durchschnittlichen Milchkuhbestandes 2007 erstmals nicht fort, merken die Statistiker vom Landesamt an. Diese Steigerung ist jedoch mit 100 Kühen landesweit eher gering. 98,3 Prozent der Rohmilch wurde übrigens an Molkereien und Händler geliefert.

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