Land unter nach Biogas-Havarie

300 000 Liter vergorene Schweinegülle bahnten sich in der Nacht zum Freitag den Weg von Bülow in Richtung  Rehna.  40 Feuerwehrleute rückten aus, um Umweltschäden zu verhindern. Foto: Karl-Heinz Schulz
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300 000 Liter vergorene Schweinegülle bahnten sich in der Nacht zum Freitag den Weg von Bülow in Richtung Rehna. 40 Feuerwehrleute rückten aus, um Umweltschäden zu verhindern. Foto: Karl-Heinz Schulz

Nach einem Leck in einer Biogasanlage sind in Bülow 300 000 Liter vergorene Schweinegülle ausgetreten. Feuerwehren und Landwirte waren stundenlang im Einsatz, um den Gülle-Strom unter Kontrolle zu bringen.

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14. November 2008, 07:07 Uhr

Bülow | Mit Schaufeln, Tankwagen und Radladern machten sich die Helfer in der Nacht zum Freitag an die Arbeit. Sie wollten verhindern, dass vergorene Schweinegülle in ein Fließgewässer gelangt. "Deshalb schaufelten wir Erdwälle auf", sagte Rehnas Wehrführer Henry Wanzenberg. Neben der Rehnaer Feuerwehr packten auch Einsatzkräfte aus Groß Rünz und Demern mit an. Zusätzliche Unterstützung gab es von der Köchelstorfer Agrargenossenschaft. Drei Landwirte rückten mitten in der Nacht mit ihren Schleppern samt Tankwagen an. Sie saugten die vergorenen Gülle aus einer extra ausgehobenen Grube und brachten die Substanz auf Felder aus. Das Amt für Landwirtschaft in Wittenburg erteilte dafür extra eine Ausnahmegenehmigung.

Was für ein Ausmaß die Havarie in der Biogas-Anlage annahm, wurde erst nach Sonnenaufgang deutlich: Von Bülow aus hatte sich der Gülle-Strom seinen Weg bis zum Verbindsweg Rehnaer Tor-Bülow gebahnt. Dieser Landweg musste stundenlang gesperrt werden.

Die Ursache für das Leck in dem Fermenter ist unklar. Wie hoch der Schaden ist, steht noch nicht fest.

Der Behälter mit seinem 22,5 Metern Durchmesser und einer Höhe von fünf Metern war erst vor wenigen Jahren in Betrieb genommen worden. Noch existiert eine Gewährleistungspflicht für den Behälter, der mit Schweinegülle und Mais befüllt wird.

Nach Angaben der Unteren Wasserbehörde war es keine unbedeutende Havarie, die sich in Bülow ereignete. "Was dort ausgelaufen ist, war eine zähe, lavaähnliche Substanz. Einen großer Schaden für die Umwelt gibt es nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht", sagte der zuständige Fachdienstleister Wolfgang Schünemann. Er spricht von Gärresten, die ausgelaufen seien. "Für Menschen hat es zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung gegeben", sagt der zuständige Versicherungsfachmann Eberhard Zachert vor Ort. Der betroffene Landwirt hatte unmittelbar nach der Havarie die Feuerwehr alarmiert. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurde kein Gas freigesetzt.

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