Lamm verhungerte hinter meterhohen Mauern, Tierschützer und Polizei suchen Halter

Dicke Mauern: Hier konnte niemand das angebundene Tier entdecken. Foto: Iris Weiß
Dicke Mauern: Hier konnte niemand das angebundene Tier entdecken. Foto: Iris Weiß

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29. August 2008, 06:43 Uhr

Roggendorf - „Wir hoffen, dass der Halter ermittelt wird und ein Tierhalteverbot bekommt“, sagte die Leiterin des Roggendorfer Tierheimes, Annette Herbing. Sie wurde von der Polizei zur Schlossmauer gerufen. Aufmerksame Bürger hatten zuvor die Polizei alarmiert und die Beamten auf den jämmerlichen Zustand des Tieres aufmerksam gemacht.

Den Tatort zu erreichen war nicht einfach. Das Tierversteck befand sich zwischen zwei dicken Mauern – nur über eine Leiter zu erreichen. „Das Lamm bestand nur noch aus Fell und Knochen und hatte einen dicken aufgeblähten Bauch“, erzählt die Tierheimleiterin.

Es wurde nach der Rettung sofort der benachbarten Schäferei Mohr zur Pflege übergeben. Doch auch der Fachmann konnte das Tier nicht mehr retten. „Ein Tag früher und wir hätten es geschafft“, ist sich Annette Herbing sicher. In Rostock wird das Lamm jetzt obduziert, die genaue Todesursache ermittelt.

Das Tiergefängnis war gerade mal 15 Quadratmeter groß und befand sich in etwa 2,5 Meter Höhe. Denn der Zwischenraum zwischen den Mauern wurde wohl vor Jahren mit Erde, vielleicht auch Bauschutt, aufgefüllt. In einem blauen Wassereimer befand sich nur abgestandenes Wasser – grüne Jauche.

Der Boden war bis auf Brombeergesträuch und Moos unbewachsen. Eine Art Machete, ein rostiges langes Buschmesser, steckte neben dem Eimer. Mit dieser wurde vermutlich das Gestrüpp vor langer Zeit beseitigt, denn der Durchlass war längst wieder verwachsen.

Zusätzlich versperrten Sperrholzplatten den Weg. „Bereits im Juli haben wir eine Ziege bzw. ein schwarzes Schaf mit großen gebogenen Hörnern gesehen. Es hat von der Mauer geguckt“, berichtet Anwohnerin Renate Kempke.

„Doch nach etwa 14 Tagen war es verschwunden und wir haben uns nichts weiter dabei gedacht“, berichtet sie weiter. Von dem kleinen weißen Schäfchen hat sie nichts mehr mitbekommen. Niemand kann bisher sagen, wie lange es dort oben litt. Die Polizei ermittelt und ist für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar.

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