Länderübergreifende Verkehrskontrolle auf der A24

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18. März 2008, 09:15 Uhr

Blievenstorf/Stolpe - „Guten Tag, allgemeine Verkehrskontrolle, die Fahrzeugpapiere bitte“, bekommen derzeit auf der A 24, gestern beispielsweise am Rastplatz Blievenstorf, die Autofahrer zu hören. Der Grund: Die zuständigen Autobahnpolizeien aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein kontrollieren seit Montag den Gesamtverlauf der Autobahn 24. Hintergrund ist vorrangig die Verhinderung der so genannten Aggressionsdelikte im Straßenverkehr. Das sind insbesondere rücksichtslose und gefährliche Fahrweisen sowie das Drängeln und Rasen. Die Verkehrskontrollen sollen bis einschließlich Donnerstag stattfinden und werden in Abstimmung mit allen drei Bundesländern im jeweiligen Zuständigkeitsbereich durchgeführt.

Für den Streckenabschnitt der Autobahn 24 in M-V ist das Autobahnpolizeirevier in Stolpe zuständig. Die Beamten werden beispielsweise am heutigen Mittwoch mehrere stationäre und mobile Kontrollen im beidseitigen Streckenverlauf vornehmen. Auch der Videowagen der Polizei wird hier erneut zum Einsatz kommen.

Neben Pkw haben die Beamten vor allem Kleintransporter und Lkw im Visier. Die Vollendung des europäischen Binnenmarktes hat besonders auf den Autobahnen zu wachsenden Verkehrsströmen des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs geführt. Konkurrenz- und Zeitdruck im Transportgewerbe führen auf den Autobahnen zu einem deutlichen Konfliktanstieg.

„Geschwindigkeitsüberschreitungen, Abstandsunterschreitungen, Alkohol, technische Mängel und Übermüdung gehören zu den Hauptunfallursachen auf den Bundesautobahnen. Eine besondere Bedeutung kommt hier auch der Kontrolle von Ladungssicherung und Gefahrgutvorschriften zu“, erklärt Dietmar Vorbeck, der stellvertretende Leiter des Autobahnreviers in Stolpe, den Grund der Großkontrolle, für die er in seinem Beritt den Hut aufhat.

„Die erste Welle des Osterverkehrs ist bereits durch“, merkt der Polizeihauptkommissar weiter an. Mit 24 Beamten der Verkehrskontrollgruppen Parchim wie auch Ludwigslust sowie der Inspektion Zentrale Dienste Schwerin und zehn Fahrzeugen, unter ihnen ist auch ein Video-Wagen, überprüft die Polizei am Dienstag innerhalb von vier Stunden immerhin 334 Fahrzeuge. Heute von 9 bis 13 Uhr geht es weiter.
„Die Leute nehmen es gelassen, fragen, was los ist, sind aber ansonsten sehr entspannt“, lobt Polizeihauptkommissar Wolfgang Braun vom Parchimer Verkehrsüberwachungsdienst.

„Das haben wir auch schon anders erlebt“, weiß der Beamte aus der Vergangenheit seiner 33 Dienstjahre. Denn viele der ertappten Sünder reagieren nicht selten aggressiv und ausfallend.
Ganz anders Ilse Lossnitzer aus Hamburg. Die 78-Jährige zeigt sich völlig überrascht vom abgelaufenen Datum ihres Verbandskastens und bedankt sich sogar. „Die junge Polizistin war so freundlich mich darauf hinzuweisen, dass er immerhin schon seit fünf Jahren hätte erneuert werden müssen“, so die rüstige Seniorin, die auf dem Weg nach Sachsen ist.

„Ich habe nur eine mündliche Verwarnung ausgesprochen und die Rentnerin darüber informiert, dass sie sich schnellstens einen neuen Verbandskasten zulegen müsste“, betont Polizeiobermeisterin Daniela Pöhle von der Inspektion Zentrale Dienste. „Viele Autofahrer achten nicht darauf, dass der Erste-Hilfe-Kasten regelmäßig erneuert werden muss, damit er im Falle eines Unfalles auch verwendet werden kann“, klärt die Polizistin freundlich auf.

Derweil sitzt Polizeihauptmeister Henrik Blaeß an seinem Überwachungsgerät, das mit dem Blitzer an der A 24 gekoppelt ist. Von insgesamt 3698 gemessenen Fahrzeugen sind 61 zu schnell unterwegs, unter ihnen vier Lkw und 57 Pkw. Die Daten der Temposünder bekommen nun die Auswertungsstellen, die wiederum die Ordnungsämter informieren. Alles zusammen werden am Dienstag vier Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeit registriert, vier Bußgelder verhängt, 22 Verwarnungen ausgesprochen und 23 Kontrollberichte angefertigt.

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