Länder und Bund halten trotz Kostenexplosion an A-14-Ausbau fest

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08. Mai 2008, 04:43 Uhr

Magdeburg/Schwerin (dpa/mv) - Trotz einer massiven Kostenexplosion beim Bau der geplanten Autobahn von Magdeburg nach Schwerin (A 14) wollen der Bund und die beteiligten Länder an dem Projekt festhalten. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Otto Ebnet (SPD) sieht keine „unlösbaren Probleme“ bei der Finanzierung, wie ein Sprecher Ebnets am Donnerstag in Schwerin sagte. Kostenträger sei der Bund, das Projekt sei per Gesetz vom Bundestag beschlossen worden. Laut einem Gutachten der Planungsfirma Deges, über das die Magdeburger „Volksstimme“ berichtet hatte, belaufen sich die Gesamtkosten voraussichtlich auf 1,28 Milliarden Euro. Das sind rund 500 Millionen Euro mehr als zunächst veranschlagt.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) bezeichnete das Vorhaben als unstrittig. Er rechne mit einer vernünftigen Lösung. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) stellte klar, dass die Autobahn auf jeden Fall gebaut werden solle, weil die A 14 eines der wichtigsten Verkehrsprojekte im Osten sei. Den Kostenanstieg führten die Minister vor allem auf die Umsetzung neuer Naturschutz-Auflagen zurück.

„Die A 14 ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte in den neuen Bundesländern. Die Verbindung Magdeburg - Schwerin ist unerlässlich, um diese Räume zu erschließen“, sagte Tiefensee dem Radiosender MDR Info. Geprüft werden solle, wie die Mehrkosten zustande kämen und wie sie begrenzt werden könnten. Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Raumordnung, Reinhold Dellmann (SPD) sagte: „Wir werden uns bei den weiteren Planungen bemühen, die Kosten weitgehend zu minimieren.“ Das Schweriner Verkehrsministerium warnte, die Mehrkosten dürften nicht dazu führen, dass andere Verkehrsprojekte in Mecklenburg- Vorpommern verzögert würden.

Den Kostenanstieg von voraussichtlich 503 Millionen Euro führte das Verkehrsministerium in Magdeburg zu einem Drittel auf allgemeine Kostensteigerungen und zu zwei Dritteln auf neue Umwelt-Auflagen der EU zurück. So müssten etwa Fledermausbrücken oder Krötentunnel gebaut werden. Auf den Zeitplan für das Projekt werde sich die neue Lage nicht zwangsläufig auswirken. Aus dem Schweriner Ministerium hieß es: „Wir gehen davon aus, dass der Zeitrahmen bestehen bleibt.“ Linke und Grüne in Sachsen-Anhalt forderten unterdessen das Ende des Projekts. Grünen-Landeschefin Undine Kurth sprach sich dafür aus, die Planungen sofort zu stoppen.

Die Autobahn von Magdeburg über Wittenberge bis zur A 24 südlich von Schwerin soll 154 Kilometer lang sein, 97 Kilometer verlaufen durch Sachsen-Anhalt. Der Baubeginn ist für 2009 oder 2010 vorgesehen, die Fertigstellung bis 2015 geplant. Vor einem Jahr war vereinbart worden, dass die damals veranschlagten Kosten von 775 Millionen Euro von der EU (327 Millionen), von den beteiligten Bundesländern (227 Millionen) und dem Bund (221 Millionen Euro) getragen werden sollen.

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