Kumpel in Chile mehr als zwei Monate verschüttet

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13. Oktober 2010, 12:29 Uhr

Mehr als zwei Monate haben 33 verschüttete Männer in einem chilenischen Bergwerk ausgeharrt. Ein Rückblick:


  • 5. August: Nach einem Grubenunglück in der Mine San José nahe der Stadt Copiapó können sich 33 Überlebende in fast 700 Meter Tiefe in einen Schutzraum retten. Die Bergleute halten sich dort mit etwas Thunfisch in Dosen und Milch am Leben.
  • 22. August: Rettungskräfte können mit einem Spezialbohrer zu den Eingeschlossenen vordringen. „Hier sind 33 Personen. Wir sind alle am Leben“, steht auf einem Zettel, den die Männer durch einen acht Zentimeter schmalen Schacht an die Oberfläche schicken. Über eine herabgelassene Minikamera können Angehörige die Verschütteten sehen.
  • 24. August: Der erste Telefonkontakt mit den Bergleuten kommt zustande. „Alle sind gesund und wohlauf“, erzählen sie.
  • 25. August: Chiles Präsident Sebastián Piñera sagt bei einem Dankgebet in der Hauptstadt Santiago, die Rettungsaktion könne bis Weihnachten dauern.
  • 27. August: Erste Videoaufnahmen zeigen die Verschütteten. Die Männer grüßen ihre Familien. Zahlreiche Angehörige campieren seit Wochen am Bergwerk.
  • 30. August: Die Eingeschlossenen sprechen erstmals mit ihren Familien. Helfer machen sich Sorgen um die Gesundheit der Männer. Einige leiden unter einer beginnenden Depression.
  • 31. August: Die mehrfach verschobene Bohrung eines Rettungsschachtes mit dem deutschen Spezialbohrer Strata 950 beginnt.
  • Am 5. September startet eine zweite und schnellere Rettungsbohrung.
  • 8. September: Zur Ablenkung sehen die Kumpel eine Live-Übertragung des Fußball-Länderspiels Chile-Ukraine. Die Bergleute hören Geräusche der inzwischen bis auf 120 Meter vorgestoßenen Bohrer.
  • 11. September: Metalldiebe stehlen wichtiges Bohrgerät. Wegen technischer Probleme werden die Rettungsbohrungen immer wieder unterbrochen. Die Bergleute reagieren mit Protest auf fehlende Bohrgeräusche.
  • 14. September: Einer der Eingeschlossenen wird Vater. Seine Tochter bekommt den Namen Esperanza (Hoffnung).
  • 16. September: Experten vermuten, dass die Kumpel vielleicht Anfang November - sechs Wochen früher als anfangs geplant - befreit werden. Die Arbeiten am Rettungsschacht kommen gut voran.
  • 17. September. Die erste Vorbohrung erreicht schneller als erhofft in etwa 620 Meter Tiefe einen Werkstattraum, zu dem auch die Kumpel Zugang haben.
  • 19. September: Die Bohrung eines dritten Tunnels beginnt. Es ist unklar, welche der drei Bohrgeräte als erstes mit einem Rettungsschacht fertig sein wird.
  • 25. September: Mit Muskelübungen sollen sich die Bergleute auf die Fahrt in einer engen Rettungskapsel vorbereiten.
  • 26. September: Die erste von drei Kapseln steht bereit. Im so einem Stahlbehälter sollen die Arbeiter hochgezogen werden.
  • 27. September: Für die Kinder der Verschütteten gibt es nun eine Behelfsschule in der Nähe ihrer Väter.
  • 30. September: Familienangehörige wollen Schadenersatz in Millionenhöhe einklagen. Für jeden Arbeiter sollen die Eigentümer und der Staat eine Million Dollar (770 000 Euro) zahlen.
  • 2. Oktober: Chiles Regierung vermutet, die Kumpel könnten schon in der zweiten Oktoberhälfte gerettet werden.
  • 4. Oktober: Präsident Piñera sagt, dass die Rettung in Kürze erfolgen könnte. Für den Staatschef, der am 17. Oktober eine Europareise antritt, ist es anscheinend sehr wichtig, im Augenblick der Rettung bei den Bergleuten zu sein.
  • 9. Oktober: Eine Rettungsbohrung erreicht den Werkstattraum in der Tiefe. Die Bergung steht jetzt in wenigen Tagen bevor. Der von dem Schramm-Bohrer gefräste Schacht ist nicht immer ganz senkrecht. Das dürfte das Hochziehen der Kapsel erschweren.
  • 13. Oktober: Die Rettungskapsel „“Phönix„ mit dem ersten Kumpel, Florencio Ávalos, erreicht die Erdoberfläche. Bravo- und Jubelrufe der Angehörigen sowie Kameras aus aller Welt begleiten die spektakuläre Aktion.


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