Kultige Karossen und ihre Liebhaber

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06. April 2008, 08:23 Uhr

Perleberg/Seehausen - „Da kommt er“, sagen einige Mitglieder des Oldtimervereins Perleberg und gucken zum Vereinschef Fred-Norbert Schreib, der mit seiner BMW R 66 sowie angebautem Seitenwagen um die Ecke biegt und einparkt. Die Liebhaber von alten Wagen und Motorrädern erkennen ihr Vereinsmitglied schon am Klang seiner Maschine.

Die passionierten Motorrad- und Autosammler trafen sich am Sonnabend in Perleberg, um mit ihren VW Käfer, Trabis, Wartburgs oder BMWs zum Oldtimer- und Militärfahrzeugtreffen nach Seehausen zu fahren. „Am Anfang war diese Veranstaltung ein reines Motorradtreffen“, erinnert sich Schreib. Und Frank Sobolewski, Organisator des Treffens in der Altmark, fügt hinzu: „Es sollte damals ein kleines Treffen sein, auf dem sich Gleichgesinnte austauschen können.“ Motorradfan Schreib war im Jahr 2000 einer der ersten, der mit einem seiner historischen Zweirad-Maschinen daran teilnahm. Vergangenen Sonnabend war er jedoch zum ersten Mal mit dem neuen Seitenwagen an seiner BMW unterwegs.

Seine Oldtimerfreunde bevorzugen an diesem nasskalten Sonnabendmorgen eher ihre originalgetreu hergestellten VW Käfer aus dem Jahr 1982 oder Pkw Wartburg vom Typ 311. „Da ist es schön warm drin und nicht so zugig wie auf einem Motorrad“, äußert Wolfgang Dalchow. Bei Ausflügen drehen sich die Leute nach den Autos um und man komme mit ihnen ins Gespräch, erzählt Elvira Dalchow. „Wir nutzen das Oldtimertreffen in Seehausen zugleich als Saisonauftakt für uns“, erzählt sie. Dann steigen alle in ihre Kisten mit den kultigen Karosserien und machen sich auf den Weg nach Seehausen. Aber nicht alle Fahrzeuge halten durch.

An der Ampelkreuzung B 189/ Wahrenberger Straße bleibt die BMW R 66 von Fred-Norbert Schreib stehen. Umgehend reagieren die Oldtimerfreunde: Peter Zilske schleppt mit seinem Käfer das Motorrad ab zu einem Bekannten in Wittenberge, bevor es weiter über die Elbbrücke geht. „Schön, dass man sich aufeinander verlassen kann“, freut sich Fred-Norbert Schreib.

Historische Technik für Nachwuchs aufbewahren

In der Altmark angekommen, schauen sich die Perleberger neben Saporosch und Trabis aus früheren Dekaden auch ausgemusterte Militärfahrzeuge wie Schützenpanzer und LKW der Marke Tatra an.

Auf einer Fläche mit Hügeln und Wassergruben manövrieren Mitglieder des Seehäuser Oldtimervereins Schützenpanzer durch das unwegsame Gelände. „Mich beeindruckt die Gewaltigkeit der Maschinen und ihre Geländegängigkeit“, sagt Joachim Schulz, Vereinsvorsitzender der Altmärker. Er wolle die historische Technik bewahren und für die nächste Generation aufbereiten, erklärt er sein Tun. Dann schweift sein Blick wieder zum Panzer, der sich gerade mit 200 PS durch das markante Areal schiebt.

Fred-Norbert Schreib und die Perleberger Oldtimerfreunde haben es sich derweil in einen Imbiss gemütlich gemacht. Für sie sind diese Treffen auch Informationsbörsen, auf denen es beispielsweise um künftige Termine geht, die künftigen Treffen besprochen werden. „Ende April fahren wir nach Pritzwalk, und Anfang Juli veranstalten wir ein Treffen in Perleberg“, blickt Schreib voraus.

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