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Küste bereitet sich auf Sturmflut vor

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erstellt am 29.Okt.2010 | 08:28 Uhr

rostock | Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) arbeitet derzeit daran, den gesamten Küstenbereich der Region Rostock auf die Sturmflutperiode vorzubereiten. Die Maßnahmen betreffen Rerik, Kühlungsborn, Warnemünde, Markgrafenheide, Hohe Düne und Graal-Müritz.

"Die Küstenschutzanlagen in unserem Verantwortungsbereich sind beziehungsweise werden noch so hergerichtet, dass sie einer Sturmflut standhalten", sagte gestern Hans-Joachim Meier, Leiter des Stalu. Die Dünenfußeinzäunungen wurden bereits abgebaut, die erforderlichen Pflanzarbeiten starten in der kommenden Woche. Parallel dazu werden die Überwege in den Bereichen Markgrafenheide und Graal-Müritz abgedeckt.

"Im Küstenbereich Warnemünde werden die ausgeschobenen Überwege wieder erhöht, um das Eindringen des Wassers bei einer Sturmflut zu verhindern", so Meier. Die Vandalismusschäden seien in diesem Jahr gering, so Meier - dazu habe in erster Linie die verstärkte Polizeipräsenz beigetragen. Die mobile Hochwasserschutzwand in Heiligendamm wurde bereits überprüft und montiert.

Ein Mangel am Sturmflutschutztor Tonnenhof in Hohe Düne wird momentan noch untersucht und repariert. "Das Sturmflutschutztor am Fähranleger Hohe Düne ist voll funktionstüchtig, ebenso wie das Wehr im IGA-Park Rostock, das am 12. Oktober bei einer Feuerwehrübung getestet wurde", so der Stalu-Leiter.

Die einreihigen Buhnen im Außenküstenbereich von Börgerende auf Höhe des Zeltplatzes und von Warnemünde West hingegen werden umfassend repariert. "Ganze Teile wurden vom Schiffsbohrwurm stark beschädigt", so Meier. "Die Buhnensysteme sind somit nicht mehr in der Lage, den Sedimenthaushalt auf dem Strand und im ufernahen Bereich stabil zu halten." Insgesamt werden in den kommenden November-Wochen 223 Hartholzpfähle eingebaut. Am Ende des Monats sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Um den Küstenschutz in Zukunft nachhaltig zu gewährleisten, müssen die veränderten klimatischen Bedingungen berücksichtigt werden. Das soll mit Hilfe des Projektes Radost gelingen. Es steht für Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste. "Innerhalb des Projektes wird eine Messstrecke in Warnemünde aufgebaut", erklärt Knut Sommermeier, Mitarbeiter der Dezernatsgruppe Küste. So sollen die möglichen Folgen des Klimawandels wissenschaftlich untersucht und in eine angepasste Küstenschutzstrategie integriert werden.

In Mecklenburg-Vorpommern wäre ohne wirksamen Küstenschutz bei Eintritt einer schweren Sturmflut eine Fläche von 1080 Quadratkilometern überflutungsgefährdet. Rund 182 000 Menschen wären davon betroffen.

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